Girls‘ Day: Interesse für Technik wecken

Zum 14. Mal findet heuer der Girls‘ Day statt, der Mädchen motivieren will, sich auch für Berufe abseits der klassischen Rollenverteilung zu interessieren. Erstmals gibt es auf Initiative von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek auch einen Girls‘ Day Mini.

Die Zeit vor dem Pflichtschulabschluss ist die erste wichtige Entscheidungsschnittstelle hinsichtlich der weiteren Ausbildungs- und Berufswahl. Dabei entscheiden sich Mädchen immer noch häufig für "typisch weibliche" Berufsfelder. So findet sich die Hälfte der erwerbstätigen Mädchen und jungen Frauen in nur drei Dienstleistungsbranchen: Handel, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Beherbergungs- und Gaststättenwesen. Dem gegenüber ist der Anteil der Berufseinsteigerinnen in Handwerk und Technik nach wie vor sehr bescheiden. Häufig fehlt es Mädchen nur an Information und Unterstützung, um aus dem gesamten Berufsspektrum den Beruf auszuwählen, der ihren Interessen und Talenten entspricht und ihnen Freude macht. Der Girls‘ Day bzw. Töchtertag wird in Österreich in einigen Bundesländern bereits seit 2001 veranstaltet. Es soll damit ein nachhaltiger Impuls gesetzt werden, der eine Trendwende bei der Berufsorientierung von Mädchen unterstützt und ihnen einen neuen Blick auf die Berufswelt eröffnen.

Heinisch-Hosek: Geschlechterrollen hinterfragen und neu denken

Am heutigen Girls‘ Day hat Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek 85 Mädchen am Minoritenplatz begrüßt. Sie erwartet ein vielfältiges Programm, das von der Produktion eines Films, über das Programmieren von Robotern bis hin zur Metallbearbeitung und Upcycling reicht. Bundesweit erstmals dabei sind dieses Jahr auch die "Minis" – über 300 Kindergartenmädchen, die an spannenden Stationen in die Bereiche Technik und Naturwissenschaften schnuppern können. „Geschlechterrollen hinterfragen und neu denken – als Frauenministerin ist es mir wichtig, dass jungen Mädchen und Frauen alle Möglichkeiten offen stehen und einen Beruf nach ihren Interessen und Begabungen wählen", betont die Ministerin.

Brunner: Brauchen weibliche Vorbilder, die Mut machen

SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner begrüßt, dass es heuer erstmals auch einen Girls‘ Day Mini gibt: „Je früher das Interesse von Mädchen für Technik, Naturwissenschaften und Mathematik geweckt wird, desto besser.“ Oft trauen sich Mädchen eine technische Ausbildung nicht zu, obwohl die Berufsaussichten und die Einkommenschancen in diesem Bereich oft besser sind. „Wir brauchen daher weibliche Vorbilder, die Mut machen“, so Brunner. Die SPÖ-Frauen haben daher vor kurzem eine Kampagne zum Thema Frauen und Technik gestartet. Auch die Plattform www.meine-technik.at, die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek initiiert hat, zeigt zahlreiche Ausbildungs- und Fördermöglichkeiten auf. „Gute Berufsinformation ist das Um- und Auf, damit mehr Frauen technische Berufe ergreifen“, sagt Brunner.

Girls‘ Day in Gesundheitsministerium und Parlament

Das Bundesministerium für Gesundheit und das Österreichische Parlament nehmen auch heuer wieder am Girls‘ Day teil. Unter dem Motto „Chemie für die Gesundheit und im Alltag" können Mädchen im Gesundheitsministerium Einblicke in Berufsfelder wie Biologielaborantin, Chemielaborantin, Mikrotechnologin oder Physiklaborantin gewinnen. Eigene Fähigkeiten und Interessen können im Labor praktisch ausprobiert und erfahren werden. Im Rahmen des Girls‘ Day Mini werden Kindergarten-Mädchen spielerisch auf künftige Berufsmöglichkeiten fernab von typischen, traditionellen Frauenberufen vorbereitet.

Im Parlament begrüßte Nationalratspräsidentin Doris Bures 20 Mädchen und machte den 15- und 16-jährigen Schülerinnen Mut: „Es wird höchste Zeit, dass Mädchen auch frauenuntypische Berufsfelder erobern. Der Girls Day im Parlament soll euch dabei tatkräftig unterstützen." Auf dem Programm stehen u.a. eine Führung durch das Parlamentsgebäude, bei dem die Teilnehmerinnen auch die Nationalratssitzung besuchen, Einblicke in die Berichterstattung des Pressedienstes sowie in die Aktivitäten des Parlaments im Internet und in den sozialen Medien wie Twitter oder Facebook. Sie treffen Frauen, die für die Heizungs- und Klimatechnik verantwortlich sind oder die für die Sicherheit im Hohen Haus sorgen, Kamerafrauen und Redakteurinnen. Als Abrundung des Programms findet eine Diskussion mit Mandatarinnen des Nationalrats und des Bundesrats statt, bei der Fragen rund um den Beruf der Politikerin im Mittelpunkt stehen.