Unabhängigkeitserklärung, Zweite Republik

Zeitgeschichte: Zweite Republik feiert ihren 70er

Am 27. April 1945 proklamierte die provisorische Staatsregierung die Unabhängigkeit Österreichs. Bundeskanzler Werner Faymann betonte, dass „das neue Österreich unter Karl Renner mit dem Gründungsakt der Republik vor 70 Jahren ein starkes Lebenszeichen gesetzt hat“.

Die Geburtsstunde der Zweiten Republik schlug am Nachmittag des 27. April 1945. Nur rund zwei Wochen nach der Befreiung Wiens durch Sowjet-Truppen unterzeichneten SPÖ, ÖVP und KPÖ, die drei Gründungsparteien der Zweiten Republik, die Proklamation über die Unabhängigkeit Österreichs. Die Proklamation erklärte die Republik Österreich für wiederhergestellt, der so genannte „Anschluss“ an das Deutsche Reich wurde für „null und nichtig“ erklärt.  In der Proklamation wurde außerdem die Einsetzung einer provisorischen Staatsregierung unter Staatskanzler Karl Renner erklärt.

Großer Festakt

Das offizielle Österreich hat des 70. Jahrestags der Gründung der Zweiten Republik mit einem großen Festakt in der Hofburg gedacht, an dem auch der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck teilnahm. Schon zuvor haben Bundespräsident Heinz Fischer und die Bundesregierung beim Staatsgründungsdenkmal in Wien Kränze niedergelegt. Bundespräsident Fischer betonte in seiner Rede, dass das Wissen um die Mittäterschaft von ÖsterreicherInnen im NS-Regime zum Grundsatz „Wehret den Anfängen“ verpflichtet. Mit dem Kriegsende und der Unabhängigkeitserklärung vom 27. April wurde der „Grundstein zur Errichtung unserer Zweiten Republik gelegt“. Der 27. April 1945 war eine „Wiedergeburt“ und ein „Tag des Neubeginns“ nach Jahren einer „unmenschlichen Diktatur, eines entsetzlichen Krieges und des unfassbaren Holocaust“, betonte Fischer.

Erfolgsgeschichte Zweite Republik

Bundeskanzler Faymann betonte aus Anlass der Gründung der Zweiten Republik vor 70 Jahren: „Dass die Zweite Republik eine derartige Erfolgsgeschichte geworden ist, konnte am 27. April 1945, als in weiten Teilen des Landes noch die Gewalt der letzten Kriegstage schlimmes Leid verursachte, erhofft, aber nicht erwartet werden.“ Das neue Österreich, ist so Faymann, „sprichwörtlich aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs – der größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts – auferstanden. Mit einem großen Arbeitseinsatz der Bevölkerung und einem gemeinsamen, partnerschaftlichen Aufbau der Großparteien, die ihre Lehren aus dem Bürgerkrieg von 1934 gezogen hatten, wurde unser Land wieder aufgebaut“, unterstrich Faymann.

Der Bundeskanzler betonte auch, dass wir die Verpflichtung haben, nachkommenden Generationen die gleichen Chancen auf ein Leben in Freiheit, Wohlstand und Selbstbestimmung zu ermöglichen, die auch uns ermöglicht wurden. „Wir müssen den Österreicherinnen und Österreichern, die keinen Krieg erlebt haben, aber auch vermitteln, dass diese Werte nicht selbstverständlich sind und immer wieder neu behauptet werden müssen“, sagte Faymann.

Sozialer Friede Voraussetzung für erfolgreiche Entwicklung

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder betonte, dass der 70. Jahrestag der Wiedererrichtung der Republik Anlass ist, daran zu erinnern, „dass Österreichs Erfolgsgeschichte nach NS-Regime und Weltkrieg ihre Voraussetzung in dem Willen zur Zusammenarbeit der politischen Lager hat. Diese Zusammenarbeit war wiederum die Bedingung für den sozialen Frieden der letzten Jahrzehnte. Chancengleichheit, Gerechtigkeit und sozialer Fortschritt sind die wesentlichen Faktoren für ein friedliches Zusammenleben und eine lebendige Demokratie.“

„Fest der Freude“ am 8. Mai

Am 8. Mai, dem Tag des Kriegsendes, lädt das Mauthausen Komitee zum dritten „Fest der Freude“. Mit diesem Fest wird die Befreiung vom Nationalsozialismus gefeiert. Auf dem Programm stehen Reden von ZeitzeugInnen und PolitikerInnen. Die Rednerliste reicht dabei u.a. von der Widerstandskämpferin Helga Emperger über Bundespräsident Heinz Fischer bis zu Bundeskanzler Werner Faymann. Die Veranstaltung wird live von ORF III übertragen.

WEB-TIPP:

Mehr zu Befreiung, Unabhängigkeitserklärung sowie zum Wiederaufbau und zum Staatsvertrag gibt es auf "rotbewegt.at", der Geschichte-Seite der SPÖ.