Befreiungsfeier der Gedenkstätte Mauthausen: Niemals vergessen!

Über 22.000 Menschen fanden sich in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ein, um die Befreiung des größten Konzentrationslagers auf österreichischem Gebiet vor 70 Jahren zu feiern. Auch Bundeskanzler Werner Faymann nahm an der Gedenkveranstaltung teil.

"Dieser Ort mitten in Österreich mahnt uns an eines der schrecklichsten Kapitel unserer Geschichte und an die Lehren, die wir daraus ziehen müssen: nämlich niemals zu vergessen und Werte wie Toleranz, Demokratie, Gewaltfreiheit und Solidarität hochzuhalten", sagte Faymann zu diesem Anlass. Im KZ Mauthausen waren insgesamt 197.464 Menschen inhaftiert, von denen mehr als 100.000 ermordet wurden. Unter unmenschlichen Bedingungen wurden die Häftlinge gezwungen, zuerst in Steinbrüchen und später beim Bau der unterirdischen Rüstungslager und in der Kriegsproduktion zu arbeiten. Wer nicht arbeiten konnte, wurde erschlagen, erschossen, mit Herzinjektionen ermordet, in Gaskammern erstickt oder ist im Zuge medizinischer Experimente umgekommen. "Hier wurde der ganze lebensstiftende Sinn von Arbeit in sein perverses Gegenteil verkehrt", mahnte der Bundeskanzler.

Faymann betonte: „Die Gedenkstätte ist einer der wichtigsten Erinnerungsorte für die Opfer der Nazi-Diktatur und ihr aktiver Fortbestand ist wichtig vor allem für die jungen Generationen.“ Der Bundeskanzler danke dem Österreichischen und internationalen Mauthausenkomitee für die so unverzichtbaren und qualitätsvollen Beiträge im Rahmen einer aktiven Erinnerungsarbeit und die Durchführung der Befreiungsfeier.

Auseinandersetzung mit der Geschichte lehrt, wie wichtig Zivilcourage ist

Bildungs- und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek nahm ebenfalls an der Befreiungsfeier teil. Bei der Gedenkkundgebung der sozialdemokratischen Freiheitskämpfer/innen, die jährlich im Vorfeld der Feier bei der Richard Bernaschek Gedenktafel stattfindet, sagte die Ministerin: "Wir gedenken heute jener Menschen, die im Konzentrationslager Mauthausen Unfassbares erdulden mussten. Wir erinnern uns an jene, für die die Befreiung zu spät kam". Heinisch Hosek strich auch die Wichtigkeit der Arbeit der Gedenkstätte hervor: „Sie ist für die Zukunft unseres Landes und für unsere Demokratie von großer Bedeutung. Allein in den letzten Jahren wurden hier mit mehr als 43.000 Jugendlichen Zivilcourage-Trainings durchgeführt, bei denen Jugendliche lernen, mit Angriffen, Ohnmacht, Aggression und Angst umzugehen. Die Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel unserer Geschichte hilft zu verstehen, wie wichtig Zivilcourage im Alltag ist.“