60 Jahre Staatsvertrag

„Der 15. Mai 1955 war für unser Land eine Zeitenwende“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann anlässlich des Staatsvertrags-Jubiläums.

„Die Geschichte kann uns niemand mehr nehmen – nicht die guten und nicht die schrecklichen Phasen. Heute, 60 Jahre nach der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages, denken wir mit Dankbarkeit daran, dass es uns die vier Signatarstaaten ermöglicht haben ein freier, ungeteilter, souveräner Staat zu sein“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann beim Festakt zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages im Schloss Belvedere. „Die Art der damaligen Verhandlungen – diese Zähigkeit, Geduld und diesen Optimismus – brauchen wir auch heute, um bei Konflikten in Europa zu friedlichen Lösungen zu kommen. Unabdingbare Grundlage muss dabei aber die Anerkennung der Souveränität und der territorialen Integrität aller Staaten sein“, erklärte Faymann.

Österreich habe damals die Gunst der Stunde genutzt. „Es waren unterschiedliche Persönlichkeiten, die damals für unser Land den Durchbruch bei den Verhandlungen zum Staatsvertrag erlangten. Julius Raab, Adolf Schärf, Leopold Figl und Bruno Kreisky waren nicht nur Angehörige unterschiedlicher Parteien und Generationen, sondern spiegelten auch durch unterschiedliche Lebenswege die Zerrissenheit, unter der die Erste Republik zu leiden hatte, wider. Aber alle erlebten Flucht, Haft, Misshandlung sowie Verfolgung und zogen eine wichtige Lehre daraus: Mit Unrecht, Hass und Verfolgung ist kein Staat zu machen“, betonte der Bundeskanzler.

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder erinnerte im Zusammenhang mit der Staatsvertragsunterzeichnung auch an die Neutralität Österreichs und hält fest: „Neutralität bedeutet nicht, untätig zu sein und keine Position zu beziehen. Sondern ganz in Gegenteil: es bedeutet, eine aktive Rolle einzunehmen.“ Für Kanzleramtsminister Josef Ostermayer ist der Staatsvertrag ein Symbol für Österreichs Aufbruch in bessere Zeiten.