Mit Teilpension länger im Erwerbsleben

Der Ministerrat hat die Möglichkeit der Teilpension beschlossen. Damit können Arbeitnehmende künftig mit reduzierter Wochenarbeitszeit länger freiwillig im Erwerbsleben bleiben.

Der neue Pensionstyp bedeutet mehr Lebenseinkommen für die Beschäftigten und mehr Einnahmen für den Staat. „Mit der Teilpension, die nach der Logik der erweiterten Altersteilzeit funktioniert, setzt die Bundesregierung einen weiteren Schritt, um Ältere länger im Beruf zu halten“, unterstreicht Sozialminister Rudolf Hundstorfer die Teilpension als „wichtiger Eckpunkt einer langen Reihe von Reformen im Pensionsbereich“ .

SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch begrüßt die Maßnahme: „Die Teilpension – als Ergänzung beziehungsweise als Verlängerung zur Altersteilzeit – stellt eine gute Möglichkeit dar, sich kurz vor dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter dafür zu entscheiden, noch länger in Beschäftigung zu bleiben. Damit verlängert diese Maßnahme die Lebensarbeitszeit für diejenigen, die das wollen.“ Muchitsch kann sich auch einen Ausbau dieses Modells vorstellen, sieht aber auch die Wirtschaft gefordert, dazu beizutragen, dass die Teilpension umgesetzt werden kann.

Größte Pensions-Reformen seit Einführung des ASVG

Andreas Wohlmuth, Generalsekretär des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ)  betont, dass die Teilpension eine zentrale Forderung des Pensionistenverbandes Österreichs sei. „In den vergangenen zwei Jahren wurden durch Sozialminister Rudolf Hundstorfer die größten Pensions-Reformen seit Einführung des ASVG umgesetzt. Und diese wirken: Die Pensionskosten sind geringer als budgetiert, das faktische Pensionsantrittsalter steigt – trotz schwächelnder Wirtschaft – in nur einem Jahr bereits um 13 Monate! Und der nächste Schritt – das Pensionsmonitoring – wird demnächst kommen.“

Wochenarbeitszeit um 40 bis 60 Prozent reduzieren

Mit der Teilpension kann die Wochenarbeitszeit um 40 bis 60 Prozent reduziert werden.  Für die reduzierte Arbeitszeit erhält man 50 Prozent Lohnausgleich. Die Sozialversicherung wird aber voll abgegolten, was bedeutet, dass die Pensionshöhe bei Pensionsantritt so erhalten bleibt, als wäre man 100 Prozent berufstätig gewesen. Voraussetzung für die Teilpension sind  39 Versicherungsjahre und ein Alter von 62 Jahren.

Beispiel:

Ein Angestellter verdient 2.000 Euro brutto. Er erfüllt alle Anspruchsvoraussetzungen für die Korridorpension, will aber aufgrund der hohen Abschläge doch weiterarbeiten, jedoch mit reduzierter Arbeitszeit; er einigt sich mit seinem Arbeitgeber auf Teilpension. Nun arbeitet der Angestellte nur noch 20 Stunden, erhält dafür vom Arbeitgeber 1.000 Euro brutto, hinzukommen noch 500 Euro brutto, die dem Arbeitgeber vom AMS ersetzt werden. Die Sozialversicherung wird aber zur Gänze (also für 2.000 Euro) bezahlt. Bei 2.000 Euro brutto würde das 800 Euro ausmachen (Dienstgeber- und Dienstnehmeranteile) Da der Angestellte jedoch nur 20 Stunden arbeitet, werden dem Arbeitgeber 400 Euro für die Sozialversicherungsbeiträge vom AMS ersetzt. Der Arbeitnehmer hat sozialversicherungsrechtlich keine Nachteile, der Arbeitgeber bekommt insgesamt 900 Euro ersetzt, die öffentliche Hand fördert damit einen älteren Arbeitnehmer und erspart sich eine Korridorpension zu bezahlen.