Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte startet

Verkehrsminister Alois Stöger hat die neue Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (apf) präsentiert, die nun noch vor der großen Ferienzeit ihre Arbeit aufnimmt. Die zentrale Anlaufstelle für alle Passagiere soll sicherstellen, dass die Menschen „ohne bürokratischen Aufwand zu ihrem Recht kommen“, betonte Stöger.

Die apf ist ein kostenloser Service des Verkehrsministeriums, angesiedelt bei der Schienen-Control GmbH, die bisher schon für Beschwerdefälle im Bahnverkehr zuständig war. Mit der apf gibt es erstmals eine zentrale Anlaufstelle für Passagiere im Bahn-, Bus-, Flug-, und Schiffverkehr, die sich als zweite Instanz darum bemüht, Fahrgästen schnell und risikolos zu ihrem Recht zu verhelfen.

Unabhängige Schlichtungsstelle

Die Agentur soll Passagieren zur Seite stehen, wenn es darum geht, ihre Fahrgastrechte gegenüber einem Verkehrsunternehmen durchzusetzen, etwa im Fall von Verspätungen, Ausfällen und Annullierungen von Verbindungen, aber auch bei mangelhafter oder fehlender Aufklärung über Fahrgastrechte und bei Nichteinhaltung der Rechte von Menschen mit Behinderungen. Die Agentur fungiert als unabhängige Schlichtungsstelle, wenn zuvor mit dem Unternehmen, das die erste Anlaufstelle für Beschwerden und Entschädigungsansprüche bleibt, keine Einigung erzielt werden konnte. Dann hat der Kunde/die Kunden die Möglichkeit, sich an die apf zu wenden, per Online-Formular (unter  http://www.passagier.at) Telefon oder auch direkt vor Ort. Etwa zwei bis drei Wochen werden die Verfahren dauern, zeigen die Erfahrungen der Schienen-Control, die eine 90-prozentige Erfolgsquote in Bezug auf Einigungen vorweisen kann.

Qualitätssteigerung

Die Kosten für die Agentur in Höhe von rund 600.000 Euro jährlich werden zu 60 Prozent vom Bund gestellt, der damit vor allem die Kosten für Personal und laufenden Betrieb sicherstellt, und zu 40 Prozent von den Unternehmen, welche die Kosten für die Entschädigungen tragen. Außerdem zahlt das jeweilige Unternehmen eine Pauschale für jede eingereichte Beschwerde. Diese Art der Finanzierung wirke damit so, „dass die Agentur in vielen Fällen gar nicht eingreifen muss“, ist Stöger überzeugt. „Denn es erhöht den Druck auf die Unternehmen, von vornherein auf Qualität zu achten.“

Keine Kosten für Kunden

„Wichtig war für uns, dass dieser Service sicherstellt, dass für die KundInnen keine Kosten entstehen, wenn sie ihre Rechte einfordern wollen“, anders als etwa bei Gerichtsverfahren, so der Minister. „Das ist ein Riesensprung hin zu mehr Kundenfreundlichkeit“, betonte Stöger. Und die zahle sich aus: „Service wirkt. Gute Qualität wird angenommen, deswegen ist Österreich auch bereits das Bahnfahrland Nummer eins in Europa. Wir werden weiter in diese Richtung gehen und den öffentlichen Verkehr weiter attraktiveren und ausbauen.“

SERVICE: Alle Informationen zur neuen Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte finden Sie auf der Internet-Website der apf unter http://www.passagier.at oder http://www.apf.gv.at.