Griechenland-Hilfe: Haben Verantwortung für gemeinsames Europa

Bundeskanzler Werner Faymann hat in der Sondersitzung des Parlaments zum Griechenland-Hilfspaket betont, dass es um die Frage geht, ob „wir einem Mitgliedsstaat der Eurozone die Chance geben, den ersten Schritt eines harten Weges zu setzen oder, ob wir diese Chance nicht geben“.

„Das neue Hilfspaket soll Griechenland die Chance geben, wieder einen Weg in Richtung eigenständiger Entscheidungen gehen zu können, wieder wettbewerbsfähig zu werden, Geld auf den Kapitalmärkten aufnehmen zu können und unabhängig von den Geldgebern zu werden“, betonte Kanzler Faymann. Es gibt, so Faymann, allerdings kein Programm, das Griechenland von heute auf morgen helfen kann. „Das ist nur der erste Schritt eines harten Weges“, sagte Faymann. Klar ist: „Wir haben auch Verantwortung in diesem gemeinsamen Europa“, betonte der Bundeskanzler.

Chance zu eigenständigen Entscheidungen

Eine Entscheidung gegen das Hilfsprogramm hätte, so Faymann, unweigerlich einen „Grexit“ zur Folge. Die Zustimmung zum Hilfsprogramm sei ein erster Schritt, den Grexit abzuwenden – wobei es keine Garantie gebe, dass dies auch gelingt, sagte Faymann. Aber durch das Hilfsprogramm in der Höhe von 82 bis 86 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre hat Griechenland die Chance, „den Weg in Richtung eigenständiger Entscheidungen zu gehen“.

Aus der Krise hinausinvestieren

Der Kanzler machte außerdem klar, dass es „leichtfertig“ wäre zu sagen, dass man mit dem Programm nur den Banken hilft. Die griechischen Banken  müssten in die Lage versetzt werden, dass die Wirtschaft arbeiten kann und die Menschen mehr als nur 60 Euro am Tag abheben können. Das ist im Interesse der Wirtschaft und der Menschen. Es geht jetzt darum, dass Wachstum in Griechenland zu fördern – das ist, so Faymann, keine leichte Aufgabe. „Aber den Ansatz, dass sich Griechenland aus der Krise hinausinvestieren muss, unterschreibe ich zu 100 Prozent“, sagte Faymann.

Wir profitieren von Europa

Der Kanzler machte auch deutlich, dass es für die meisten Länder von Vorteil war und ist, in der Währungsunion zu sein. Österreich gehört, so Faymann, zu jenen Ländern, die von der Eurozone profitieren. Für die heimische Wirtschaft ist es daher wesentlich, „wie stark diese Eurozone ist, wie gut es den anderen EU-Ländern geht und wie es um deren Wettbewerbsfähigkeit bestellt ist“. Klar ist für den Kanzler außerdem: „Dieses gemeinsame Europa ist der Ast, auf dem wir alle sitzen. Wir gehören in dieses gemeinsames Europa, wir profitieren davon und deshalb haben wir auch Verantwortung für dieses gemeinsame Europa.“