25. Todestag: SPÖ gedenkt Bruno Kreiskys

Bruno Kreisky hat Österreich gerechter, moderner und weltoffener gemacht. Er war der am längsten amtierende Bundeskanzler in der Geschichte der Republik und zählt bis heute zu den bedeutendsten Politikern und Sozialdemokraten des Landes. Am 29. Juli jährt sich sein Todestag zum 25. Mal.

In der Ära Kreisky wurden wesentliche sozial- und gesellschaftspolitische Meilensteine gesetzt, die unsere Gesellschaft noch heute prägen, und von denen die Menschen in Österreich bis heute profitieren. „Moderne Bildungspolitik, Gleichberechtigung, der Einsatz für Arbeitsplätze und soziale Gerechtigkeit sind in der Tradition Kreiskys auch heute die politischen Hauptanliegen der SPÖ“, sagt Bundeskanzler, SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann.

Meilensteine von der 40-Stunden-Woche bis zu Gratisschulbüchern

Mit dem Namen Bruno Kreisky eng verbunden ist der konsequente Ausbau des Sozial- und Wohlfahrtsstaates, laut Kreisky die „größte politische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts“. Der Kampf gegen Armut und für Arbeitsplätze war Kreisky eines der wichtigsten Anliegen, ebenso ein  liberales gesellschaftliches Klima sowie Chancengerechtigkeit. Einige Beispiele für seine Errungenschaften sind die rechtliche Gleichstellung der Frau, Verbesserungen im Familienrecht, die Schaffung des Umwelt- und Gesundheitsministeriums, die 40-Stunden-Woche, mehr Mindesturlaub, die Volksanwaltschaft, die Einführung des Zivildienstes, die Einführung der Fristenlösung und der Mutter-Kind-Pass. Vollbeschäftigung war eines seiner größten Ziele, die er auch erreicht hat. Im Bildungsbereich wurden unter Kreisky die Mitbestimmung an Schulen und Universitäten verbessert, AHS-Aufnahmeprüfung und Studiengebühren abgeschafft, Gratisschulbücher, Schülerfreifahrt und Schülerbeihilfen eingeführt und die Schulen ausgebaut. Darüber hinaus wurden die Progressionsmilderung für kleine Einkommen, die verstärkte Förderung von Wissenschaft und Kunst und der Ausbau der Pflegeheime unter Kreiskys Ägide umgesetzt.

„Damals wie heute ist die Gestaltung einer besseren, sozialen und gerechten Welt Beweggrund für die Arbeit der SPÖ. Für Bruno Kreisky wie auch für uns steht stets das Wohl der Mitmenschen im Mittelpunkt“, sagt SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid.

Kanzler Faymann: Kreiskys Werte auch heute Aufgabe und Verpflichtung

Kanzler Faymann erinnert anlässlich des 25. Todestags Kreiskys an dessen „innen- wie außenpolitisch zeitloses Vermächtnis“: „Seine Werthaltungen und Prinzipien sind heute Aufgabe, Verpflichtung und Herausforderung für unsere, aber auch für die künftigen politischen Generationen.“ Bruno Kreiskys Haltungen, die er damals so vehement vertreten hat, zum Beispiel die, wie wichtig Verteilungsgerechtigkeit für den Wohlstand und für eine Gesellschaft ist, sind heute aktueller denn, sagt Faymann.

Kreiskys offensive Außen- und Europapolitik, die er als aktive Neutralitäts- und Friedenspolitik betrieb, sicherte Österreich eine stabile sicherheitspolitische Basis zwischen Ost und West und verschaffte dem Land weltweit hohes Ansehen. Auch die Weichen für die europäische Integration bereitete Kreisky schon als Außenminister vor. „Kreisky hat die österreichische Europa- und Außenpolitik geprägt wie kaum ein anderer“, sagt Faymann. Und auch heute noch ist Wien dank Kreisky Ort der internationalen Begegnungen, erinnert Faymann an die kürzlich in Wien erfolgreich beendeten Atomverhandlungen mit dem Iran.

Bundesminister Ostermayer: „Ohne Kreisky wäre Österreich ein anderes Land“

Für Bundesminister Josef Ostermayer wäre „Österreich ohne Kreisky heute ein anderes Land“. Der Minister betont, dass „Bruno Kreisky beides war, ein großer Visionär und ein Macher: Als solcher hat er es verstanden, in Österreich ein fruchtbares Klima für Kunst und Kultur zu schaffen. Kunst und Kultur waren Kreisky ein persönliches Anliegen, er hat die zeitgenössische Kunst unterstützt und gefördert und damit die Bedeutung von Kunst und Kultur als Seismograph für gesellschaftliche Entwicklungen nachdrücklich unterstrichen“.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Schmid: Kreisky ist politisches Vorbild

Kreiskys Handeln ist immer den sozialdemokratischen Grundwerten Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität gefolgt, „und diesen Grundwerten ist sozialdemokratische Politik damals wie heute verpflichtet“, sagt SPÖ-Bundesgeschäftsführer Schmid, für den Kreisky eine der herausragendsten politischen Persönlichkeiten der Zweiten Republik und sein politisches Vorbild ist.

Insbesondere Kreiskys Verdienste um einen gerechten Zugang zur Bildung haben für Schmid Entscheidendes zu einer gerechteren Gesellschaft beigetragen: „Die weitsichtige Bildungspolitik unter Kreisky führte zu einem österreichweiten Bildungsschub. Sein großes Ziel, die Bildungschancen deutlich zu verbessern, hat er mit einer Vielzahl bildungspolitischer Maßnahmen erreicht.“ Dass „Bildung für alle möglich sein muss, unabhängig von der sozialen oder materiellen Stellung der Eltern“, wie Kreisky befand, hat auch heute unvermindert Gültigkeit.

Ein wesentlicher Erfolg war der konsequente Ausbau des Sozial- und Wohlfahrtsstaates, laut Kreisky die „größte politische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts“. Für Schmid steht fest: „Das solidarische Sozialsystem ist auch heute einer der Grundpfeiler unseres Landes – und an diesem Pfeiler wird nicht gerüttelt.“

SPÖ-Klubobmann Schieder: Weg der Absage an Faschismus und Xenophobie weitergehen

Für SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder war Kreisky sozialdemokratischer Weltbürger, visionärer Staatsmann, feinsinniger Analytiker und Meister des Dialogs. Schieder erinnert daran, dass Bruno Kreisky von seinen Erfahrungen aus der Zwischenkriegszeit geprägt war und diese Grundpfeiler für seine politische Arbeit waren: „Er erkannte, zu welchen sozialen, gesellschaftlichen und politischen Verwerfungen Massenarbeitslosigkeit geführt hat. So war es für Kreisky von oberster Priorität, Arbeitslosigkeit zu verhindern und politische Spaltungen zu überwinden.“

Für den Klubobmann steht fest: „Den Weg der sozialen Gerechtigkeit und der Chancengleichheit, der Öffnung der Gesellschaft, der Absage an Faschismus und Xenophobie werden wir in Erinnerung an Kreiskys Vermächtnis weitergehen.“

PVÖ-Präsident Blecha: Kreisky hat Österreich sozialer gemacht

Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) gedenkt des Ausnahmepolitikers, legendären Bundeskanzlers und großen Sozialdemokraten Kreisky: „Besonders die ältere Generation wird niemals vergessen, welche Errungenschaften der ‚österreichische Weg‘ in der Ära Kreisky brachte.“ Die Ära Kreisky brachte den SeniorInnen mehr Sicherheit u.a. durch den gesetzlich festgeschriebenen Werterhalt der Pensionen und die Erhöhung der Witwenpension auf 60 Prozent. Das Pensionsrecht wurde fairer und stabiler gemacht. PVÖ-Präsident Karl Blecha, einst selbst enger Mitarbeiter, Weggefährte und Freund von Kreisky, betont, dass die heutige ältere Generation den politischen Paradigmenwechsel unter Kreisky als junge Leute hautnah miterlebt hat.

Kurz-Biographie

Bruno Kreisky wurde am 22. Jänner 1911 in Wien geboren. Er hat dem österreichischen Nationalrat von 1956 bis 1983 angehört und war 26 Jahre lang Mitglied verschiedener österreichischer Bundesregierungen, von 1959–1966 als Außenminister und 13 Jahre lang, von 1970–1983, als Bundeskanzler. Kreisky verstarb am 29. Juli 1990 in Wien.

Weiterführende Informationen

Die SPÖ hat das „Kreisky-Jahr 2011“, in dem Bruno Kreisky seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, unter anderem mit einer eigenen Website über den Ausnahme-Politiker begangen.