Hiroshima-Gedenktag – Abrüstung und Ausstieg aus Kernenergie vorantreiben

Vor 70 Jahren, am 6. August 1945, fiel die Atombombe in Hiroshima, drei Tage später in Nagasaki. Bundeskanzler Werner Faymann mahnte angesichts des Jahrestages: "Niemals wieder darf es zum Einsatz atomarer Massenvernichtungswaffen kommen!"

Über 400.000 Menschen wurden durch die Bomben getötet, viele von ihnen starben erst nach langem Leiden an den Folgen der Strahlung. "Doch viele haben nichts aus dem unermesslichen Leid der Opfer gelernt", sagt Faymann. 70 Jahre nach den Angriffen und ein Vierteljahrhundert nach Ende des Kalten Krieges wird immer noch atomar aufgerüstet. Weltweit sind zehntausende Sprengköpfe einsatzbereit. "Waffen, die das Potenzial haben, alles Leben auf unserem Planeten zu vernichten", sagt Faymann und betont: "Umso wichtiger ist es, dass wir uns mit aller Kraft für die Abrüstung einsetzen. Die hunderttausenden Toten dürfen nicht vergessen werden; die Erinnerung an sie muss ein Auftrag sein, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und sich nicht nur gegen atomare Massenvernichtungswaffen, sondern gegen Krieg im Allgemeinen zu engagieren. Denn das meiste Leid tragen immer jene, die am wenigsten dafür können."

Schmid: Tiefer Einschnitt in die Geschichte der Menschheit

Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid sind die Atombombenabwürfe ein tiefer Einschnitt in die Geschichte der Menschheit – zum ersten Mal kamen atomare Massenvernichtungswaffen zum kriegerischen Einsatz. "Die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki müssen uns damals wie heute eine Mahnung sein, wie wichtig es ist, die weltweite Abrüstung wie auch den Ausstieg aus der Kernenergie voranzutreiben", streicht Schmid hervor. "Die Sozialdemokratie setzt sich für Frieden in der Welt ein und ist solidarisch mit all jenen, die kriegerischere Auseinandersetzungen und Aufrüstung ebenfalls nicht einfach hinnehmen wollen. Denn Krieg geht uns alle an. In einem friedlichen Teil der Erde zu leben, ist Privileg und Verpflichtung zugleich. Frieden ist wie auch die Demokratie eine Errungenschaft, die nicht selbstverständlich ist und die jeden Tag aufs Neue behauptet werden muss", betont Schmid.

Bayr: Keine Rechtfertigung für den Besitz von Atomwaffen

Auch Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung mahnt: "Die Folgen der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki dürfen niemals in Vergessenheit geraten." Die einzig logische Forderung ist für die Nationalratsabgeordnete eine atomwaffenfreie Welt: "9 Staaten der Erde sind immer noch im Besitz von 17.000 Nuklearwaffen, wobei Russland und die USA etwa 2.000 in Alarmbereitschaft halten. Diese sind binnen weniger Minuten einsatzbereit. Damit stellen sie eine permanente Bedrohung dar. Sind weniger Waffen im Umlauf, ist die Gefahr geringer. Es gibt keine Rechtfertigung für den Besitz von Atomwaffen."

Foglar: Atomare Abrüstung, soziale Aufrüstung!

Ebenso spricht sich ÖGB-Präsident Erich Foglar für eine friedliche Welt frei von Massenvernichtungswaffen und für mehr soziale Gerechtigkeit aus: "Zu viele Kriege wurden ausgelöst durch soziale Konflikte, durch Armut, Elend und Hunger – also durch ungerecht verteilten Wohlstand, sowohl innerhalb der Länder als auch zwischen den Staaten. Eine friedliche Welt braucht Verteilungsgerechtigkeit, Bildung, und Demokratie. Neben der Vernichtung der Massenvernichtungswaffen ist also eine Politik notwendig, die dafür sorgt, dass Kriege gar nicht mehr entstehen: Atomare Abrüstung, soziale Aufrüstung!"