Bessere Gesundheitsangebote durch neue Primärversorgungzentren

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser will sogenannte Primärversorgungszentren einrichten. Darin sollen verschiedene Gesundheitsberufe zusammenarbeiten, was PatientInnen ein umfassenderes Angebot samt längeren Öffnungszeiten bringt.

Primärversorgung ist die erste Kontaktstelle für Menschen mit gesundheitlichen Problemen im Sinne einer umfassenden Grundversorgung. Mit der neuen Primärversorgung sollen im Zuge der bereits beschlossenen Gesundheitsreform ÄrztInnen, verschiedene TherapeutInnen und Pflegefachkräfte für die PatientInnen zur Verfügung stehen und damit Spitäler und Ambulanzen entlasten. Dafür können entweder neue Zentren errichtet oder bestehende Einrichtungen vernetzt werden.

Umfassendes, wohnortnahes Leistungsangebot für PatientInnen

Die Vorteile solcher Versorgungszentren für die PatientInnen: Sie erhalten ein wohnortnahes Angebot mit längeren Öffnungszeiten und, durch die Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsberufe, ein umfassendes Leistungsangebot und gut koordinierte Betreuung. Primärversorgungszentren sollen sowohl Behandlungen und Therapien als auch Präventionsmaßnahmen wie z.B. Raucher- oder Ernährungsberatung anbieten.

Attraktiveres Berufsbild „Landärztin/Landarzt“ durch Teamarbeit

Auch für die Angehörigen der Gesundheitsberufe bedeuten die Primärversorgungszentren Verbesserungen: Gerade im ländlichen Raum ist es wichtig, dass etwa ÄrztInnen im Team arbeiten, statt als Einzelkämpfer rund um die Uhr erreichbar zu sein. Primärversorgungszentren erleichtern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Das Berufsbild der Landärztin bzw. des Landarztes wird attraktiver und die PatientInnen sind durch koordinierte und kontinuierliche Behandlung besser versorgt“, sagt SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger. Er erwartet von der Ärztekammer eine konstruktive Verhandlungsführung, bei der die Interessen der PatientInnen und gerade auch junger ÄrztInnen im Mittelpunkt stehen.

Kein Eingriff in bestehende Verträge

Die neuen Primärversorgungs-Einheiten sollen zusätzlich zu den bestehenden HausärztInnen kommen, es soll keinen Eingriff in bestehende Vertragsverhältnisse und keinen Zwang zum Umstieg geben, sondern Anreize. Bereits bestehenden Arztpraxen mit Kassenvertrag ist der Vorzug zu geben.

Vorgesehen ist ein neuer bundesweit einheitlicher Gesamtvertrag, der nur die Grundzüge regeln soll. Einzelverträge der Sozialversicherung mit jeder Primärversorgungs-Einheit sollen die Gesamtleistungen des Zentrums und detailliertere Regelungen enthalten. Damit wird den regional unterschiedlichen Anforderungen Rechnung getragen. Rechtlich gesehen muss jede Primärversorgungs-Einheit als juristische Person und als Organisationseinheit auftreten.

Verhandlungen ab September

Der Gesetzesentwurf zur Einrichtung von Primärversorgungszentren wird zurzeit fertiggestellt. Die Verhandlungen mit Koalitionspartner, Ländern und Sozialversicherung sollen im September beginnen. Auch die Ärztekammer wird eingebunden. Ziel ist es, noch heuer mit dem parlamentarischen Prozess zu beginnen.