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„Aktionsplan Frauengesundheit“: Ab sofort Stellungnahmen möglich

In Zukunft sollen genderspezifische Aspekte in Gesundheitsversorgung und Prävention stärker berücksichtigt werden. Dazu soll der „Aktionsplan Frauengesundheit“ beitragen, zu dessen Zwischenbericht Interessierte ab sofort Stellung nehmen können.

Der „Aktionsplan Frauengesundheit“, der Teil des Regierungsprogramms ist, soll unter anderem die medizinischen Angebote für Frauen verbessern, indem unterschiedliche Lebensstile und Gesundheitsrisiken im Gesundheitswesen stärker berücksichtigt werden. Auch Einflüsse aus anderen Lebensbereichen auf die Gesundheit von Frauen finden Einzug in den Aktionsplan.

Fertigstellung bis Frühjahr 2016

Seit vergangenem Herbst haben ExpertInnengruppen aus Gesundheitswesen und Frauenpolitik daran gearbeitet, Ziele in der Frauengesundheit und Maßnahmen zu deren Erreichung zu definieren. Das Ergebnis, den Zwischenbericht zum „Aktionsplan Frauengesundheit“, haben Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek jetzt vorgestellt. Die Arbeitsgruppen haben jeweils zehn Maßnahmen für Mädchen und junge Frauen, für Frauen im Erwerbsleben, für ältere Frauen sowie für Frauen jeden Alters definiert. Auch bestehende Maßnahmen wurden darin gebündelt. Die Maßnahmen dienen dazu, 17 Wirkungsziele zu erreichen. Ab sofort können alle interessierten Institutionen, aber auch Einzelpersonen, Stellung dazu nehmen. Die Stellungnahmen fließen in den bestehenden Bericht ein. Ziel ist die Fertigstellung des Aktionsplans und der Ministerrats-Vortrag im Frühjahr 2016.

„Aktionsplan Frauengesundheit“ EU-weit einzigartig

„Mit dem Aktionsplan Frauengesundheit wollen wir gesundheitliche Geschlechterunterschiede näher beleuchten und in weiterer Folge genderspezifische Aspekte in Gesundheitsversorgung und Prävention stärker berücksichtigen“, sagt Heinisch-Hosek. „Wir haben uns viel vorgenommen“, stellt Oberhauser fest und betont, dass „der ‚Aktionsplan Frauengesundheit‘ und sein Entstehungsprozess EU-weit einzigartig sind“. Für SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner ist der Aktionsplan „ein wichtiger Beitrag zur Selbstbestimmung von Frauen“ und ein „wichtiger Grundstein für eine moderne Gendermedizin und Gesundheitsförderung in Österreich“.

Beispiele für Ziele und Maßnahmen

  • Ziel: Förderung eines positiven Selbstbilds junger Frauen: 70 Prozent der 12- bis 16-Jährigen sind mit ihrem Körper zum Teil unzufrieden. Die Frauenministerin will „gesellschaftlich produzierte falsche Schönheitsideale beseitigen und eine positive Körperwahrnehmung fördern“. Maßnahme: Zum Beispiel Infoprogramme in Schulen und in der außerschulische Jugendarbeit
  • Ziel: Förderung eines reflektierten Umgangs mit gesellschaftlichen Rollenbildern. Berufs- und Bildungsorientierung soll abseits von Geschlechterklischees forciert werden. Maßnahme: Plattform www.meinetechnik.at
  • Ziel: Gesundheitliche Chancengleichheit für Migrantinnen; Maßnahme: Barrierefreiheit in den Gesundheitsinstitutionen fördern. So soll der Zugang von Frauen mit nichtdeutscher Muttersprache zum Gesundheitssystem u.a. durch mehr Dolmetsch-Angebote verbessert werden.
  • Weitere Maßnahme: Berücksichtigung des Genderaspekts in der betrieblichen Gesundheitsförderung, denn „da kann man die Menschen niederschwellig erreichen und so dazu beitragen, dass die Menschen länger gesund im Erwerbsleben bleiben“, sagt die Gesundheitsministerin.
  • Altersübergreifende Ziele sind etwa der Ausbau der Gewaltprävention und der Beratung für Frauen mit Beeinträchtigungen.

Der Zwischenbericht zum „Aktionsplan Frauengesundheit“ sowie die Möglichkeit zur Stellungnahme bis 13. Oktober stehen auf der Website der Gesundheit Österreich GmbH zur Verfügung.