Schulbeginn,

Neues Schuljahr bringt viele weitere Verbesserungen

Mehr Objektivität und Fairness durch die neue Matura, mehr Autonomie für die Neuen Mittelschulen und mehr Bewegung und Qualität beim ganztägigen Schulangebot – all das und mehr bringt das neue Schuljahr.

Rund 1,1 Millionen SchülerInnen – darunter 81.000 Taferlklassler –  starten demnächst wieder in ein neues Schuljahr – ein Schuljahr, das zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen bringt. Und ein Schuljahr, für das Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek allen SchülerInnen „einen erfolgreichen Start“ wünscht und die Eltern bittet, „sich besonders während der ersten Schultage Zeit zu nehmen und immer ein offenes Ohr für ihre Kinder zu haben“. Im Folgenden die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

•    Neue Matura an den Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS)
Nach der erfolgreichen Premiere der Zentralmatura an den AHS werden dieses Schuljahr auch an den BHS alle MaturantInnen mit der neuen Matura abschließen. „Rund 45.000 MaturantInnen kann durch die neue Reife- und Diplomprüfung höchstmögliche Objektivität und Fairness beim Schulabschluss garantiert werden“, betont die Bildungsministerin.

•    Ausbau des ganztägigen Schulangebots
Mehr Qualität und mehr Bewegung – das gibt es durch die Verankerung der Betreuungspläne im Lehrplan. Konkretisiert wird z.B. das Angebot im Freizeittteil und in der Lernzeit. Außerdem „sollen Hausübungen in Zukunft so gestellt werden, dass sie in der ganztägigen Schule bewältigt werden können“, erklärt Heinisch-Hosek. Zur noch umfassenderen Förderung der Kinder soll außerdem sowohl gegenstandsbezogene als auch individuelle Lernzeit angeboten werden. Weiteres Plus: Die tägliche Bewegungseinheit wird realisiert, die Schulen werden für Vereine und TrainerInnen aus dem Sportbereich geöffnet.

•    Mehr Gestaltungsfreiraum für Neue Mittelschulen
Die Neuen Mittelschulen (NMS) bekommen im neuen Schuljahr einen Autonomieschub. Denn künftig können jene sechs Zusatzstunden, die bisher für Deutsch, Mathematik und eine lebende Fremdsprache reserviert waren, auch in anderen Schwerpunktfächern verwendet werden. Und das konkret für Team-Teaching, Individualisierung oder inklusive Pädagogik. Die Schulen können durch die Flexibilisierung der Zusatzstunden „besser auf standortspezifische Herausforderungen eingehen und die SchülerInnen optimal fördern“, sagt Ministerin Heinisch-Hosek.

•    Erleichterter Pflichtschulabschluss durch neues Berufsausbildungsgesetz
Das neue Berufsausbildungsgesetz ist seit Juli 2015 in Kraft. „Mit der Novelle wurden die duale Ausbildung gestärkt und die Bedürfnisse der Lehrlinge berücksichtigt“, erklärt die Bildungsministerin. Wer die Lehre mit Matura macht oder parallel zur Ausbildung im Betrieb den Pflichtschulabschluss nachholen will, profitiert künftig von einer Verlängerung der Lehrzeit.

•    Drei neue Grundsatzerlässe sorgen für Modernisierung
Sowohl die Sexualpädagogik als auch die Politische Bildung wurden per Grundsatzerlass an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts angepasst. Außerdem wurde mit dem Grundsatzerlass für Wirtschafts- und VerbraucherInnenbildung erstmals definiert, was Wirtschaftserziehung leisten soll. Für Ministerin Heinisch-Hosek ist klar: „Wir müssen alle SchülerInnen dazu befähigen, ökonomisch geprägte Alltagssituationen zu bewältigen und reflektiert am Wirtschaftsleben teilzunehmen.“

•    Schwerpunkt Lesen
2015 ist das Jahr des Lesens. Der Buchklub sucht zum dritten Mal die besten Leseprojekte Österreichs. Bis zum 1.4.2016 können Projekte auf der Plattform www.lese-award.at eingereicht werden. Für die Netzwerkschulen und -kindergärten in ganz Österreich wird eine Sonderedition des Lese-, Spiel- und Bastelbuchs „Philipp“ mit dem Schwerpunkt „15 Schritte zum Lesen“ zum Einsatz kommen. Lesen wird im Herbst auch ein Schwerpunkt der diesjährigen PISA-Überprüfung.

 

Schulpflichtige Flüchtlingskinder: Schulen gut vorbereitet

Bildungsministerin Heinisch-Hosek hat nach einem Treffen mit den Landesschulratspräsidenten auch betont, dass die heimischen Schulen auf die Herausforderungen in Sachen schulpflichtige Flüchtlingskinder „bestens vorbereitet“ sind. Im Bildungsministerium rechnet man für das Jahr 2015 mit rund 5.000 schulpflichtigen Kindern mit Asylstatus. Das sind gemessen an der GesamtschülerInnen-Zahl lediglich rund 0,7 Prozent. Mehr als 4.000 dieser Kinder wurden außerdem bereits vor den Sommerferien im Schulalltag aufgenommen, erklärte die Ministerin.

Eigene Beauftragte für Flüchtlingskinder an Schulen

Im Bildungsministerium wird es künftig auch eine eigene Flüchtlingsbeauftragte geben. Die ehemalige Volksanwältin Terezija Stoisits wird als „Beauftragte für Flüchtlingskinder an den Schulen“ Koordinationsaufgaben übernehmen – in ihren Aufgabenbereich fällt etwa die Koordination der zuständigen Stellen im Bildungsressort sowie mit den Landesschulräten und NGOs. Stoisits war schon bisher als Menschenrechtskoordinatorin im Bildungsministerium tätig. SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann begrüßt die Ernennung von Terezija Stoisits und sieht die Weichen für die Integration der schulpflichtigen Flüchtlinge ins österreichische Schulsystem gut gestellt. Wichtig ist für Grossmann auch, dass die vorhandenen Ressourcen unter bereits anerkannten Flüchtlingen genutzt werden, um Flüchtlingskinder im Unterricht zu unterstützen.

Web-Tipp:

Weitere Informationen, auch zu organisatorischen und pädagogischen Fragen in Bezug auf die Aufnahme von Flüchtlingskindern, gibt es auf der Webseite des Bildungsministeriums.