Equal Pay Day: Lohnschere einschmelzen!

Der Equal-Pay Day ist jener Tag im Jahr, ab dem Frauen – statistisch gesehen – bis zum Jahresende "gratis" arbeiten, während Männer für ihre Arbeit weiter bezahlt werden. Der bundesweite Equal Pay Day fällt heuer auf den 11. Oktober.

In Vorarlberg sind die Einkommensunterschiede mit 30,8 Prozent am größten. Dort hat der Equal Pay Day bereits am 10. September stattgefunden. In Wien steht er erst am 27. Oktober vor der Tür. Dort sind die Unterschiede mit 18,1 Prozent österreichweit am geringsten. Aktionen der SPÖ-Frauen zum Equal Pay Day finden in den Bundesländern jeweils zu den landesweit berechneten Tagen statt.

Um die Einkommensgerechtigkeit zu erhöhen muss an vielen Schrauben gedreht werden, betonen SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner. Dazu zählen die Transparenz bei den Gehältern, verpflichtende Aktionspläne auf Basis der Einkommensberichte, Quoten in der Privatwirtschaft, Anreize für Väterkarenz und ein rascher Ausbau der flächendeckenden Kinderbetreuung und der Ganztagesschulen.

Frauenanteil in technischen Berufen erhöhen

Heinisch-Hosek und Brunner weisen außerdem darauf hin, dass die Berufswahl ein wesentlicher Faktor für die Karrierechancen ist. Nach wie vor wählen Mädchen bevorzugt typische "Frauenberufe". Fast die Hälfte aller weiblichen Lehrlinge wird im Einzelhandel und in den Berufen Bürokauffrau und Friseurin ausgebildet. Nur 24 Prozent Frauen schließen derzeit ein technisches Studium ab. Die Einkommensunterschiede zeigen sich bereits in der Lehrausbildung. Ein Friseurlehrling verdient bereits im ersten Lehrjahr über 150 Euro im Monat weniger als ein Lehrling in der Eisen- und Metallindustrie, im vierten Lehrjahr ist es fast die Hälfte weniger.

„Mädchen und Frauen sollen umfassend auch über technische Berufe informiert werden, damit sie sich ein gutes Bild von den jeweiligen Tätigkeitsfeldern und Verdienstmöglichkeiten machen", fordern Heinisch-Hosek und Brunner. Zu diesem Zweck wurde vom Frauenministerium die Plattform meine-technik.at ins Leben gerufen. „Rollenbilder werden oft unbewusst weitergegeben. Das fängt mit der Wahl des Spielzeuges an und hat seine Fortsetzung in Kindergarten und Schule. Wir können nicht früh genug beginnen, Mädchen für Technik zu begeistern. Wenn es uns gelingt, den Frauenanteil in technischen und frauenuntypischen Berufen zu erhöhen, kommen wir unserem Ziel, die Lohnungleichheiten zu beheben, deutlich näher", ist Heinisch-Hosek überzeugt.