Schule: „Arbeiten an Bildungsreform aus einem Guss“

Bildung war das Thema einer Sondersitzung des Nationalrats am 6. Oktober 2015. Das klare Ziel der Bildungsministerin bleibt die Gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen.


 

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Newsletter der SPÖ-Parlamentsfraktion

 
 

6.10.2015

 
 

 

 
 

Schule: "Arbeiten an Bildungsreform aus einem Guss"

 

 

 

Bildung war das Thema einer Sondersitzung des Nationalrats am 6. Oktober 2015. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek versicherte im Rahmen einer "Dringlichen Anfrage" der Grünen, dass derzeit akribisch an einer "Bildungsreform aus einem Guss von der Frühpädagogik bis zur Erwachsenenbildung" gearbeitet werde, die am 17. November präsentiert werden soll.

Kinder in der Schule
 

"Uns ist der Handlungsbedarf mehr als bewusst", betonte die Bildungsministerin und kündigte an, Schulstandorte stärken und die Schulverwaltung vereinfachen zu wollen. Schulen sollen in Zukunft bei der Wahl der inhaltlichen Schwerpunkte, aber auch was die Öffnungs- und Unterrichtszeiten betrifft, flexibler sein. Eine klare Absage erteilte Heinisch-Hosek einer "Verländerung" der Lehrer, da dies "ziemlich hohe Mehrkosten" mit sich bringen würde. Die Frage, wer letztlich den Gehaltszettel unterschreibt, spiele jedoch nicht die Hauptrolle – viel wichtiger sei, dass die Verwaltung durchsichtiger für Kinder und Eltern wird.

Das klare Ziel der Bildungsministerin bleibt die Gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen und zwar ganztägig und mit abwechselnden Unterrichts- und Freizeiteinheiten. "Ich wünsche mir, dass die Kinder in einem System aufwachsen, in dem sie in einer sinnvollen Abfolge von Freizeit und Unterricht lernen können. Dazu gehört, dass die Schule früh öffnet und vielleicht auch in den Ferien offen hat und außerdem Nachhilfe für Benachteiligte bereitstellt."

Auch SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann bekräftigte die Position der SPÖ, dass bei Reformen die SchülerInnen und Bildungsinhalte im Mittelpunkt stehen sollen, erst dann kann es um die Struktur und die Schulverwaltung gehen. Klar sprach sich Grossmann auch dagegen aus, das heimische Schulsystem pauschal schlecht zu reden: "Ja, es gibt Reformbedarf, den die Bildungsministerin auch beherzt angeht, aber unser Bildungssystem ist wesentlich besser als sein Ruf!" Das zeigen etwa internationale Wettbewerbe wie die Berufsolympiade, wo österreichische AbsolventInnen oft sehr gut abschneiden – "ein Beweis für die Qualität des Systems und die guten Leistungen der Lehrerinnen und Lehrer".

"Bildungs-Vorzeigeland Wien" – FPÖ stimmte dutzende Male gegen Sprachförderung + Integration

Als vorbildhaft bei der Bildung bezeichnete Grossmann das Bundesland Wien: Mit Gratis-Kindergarten, vielen ganztägigen Schulen, Sprachförderung und Gratis-Nachhilfe ist Wien unter SPÖ-Führung ein "Bildungs-Vorzeigeland". Und mit den Bildungs-Campus-Standorten schafft Wien auch ein Schulmodell der Zukunft, verwies die Wiener SPÖ-Abgeordnete Angela Lueger auf die Campus-Schulen in den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt. "Diese Modelle zeigen, wie die Entwicklung von der Schule bis zum Berufsleben optimal gelingen kann."

Im Gegensatz dazu die Politik der FPÖ: Ganze 49 Mal stimmte die FPÖ im Wiener Gemeinderat in den vergangenen Jahren gegen verstärkte Sprachförderung oder vertiefende Integrationsmaßnahmen, zeigte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl auf. "Sie wollen ja gar keine Probleme lösen, sondern leben davon!", so Kuntzl in Richtung FP-Strache. Und auch SPÖ-Abgeordneter Elmar Mayer kritisierte die FPÖ: "Jene, die am meisten kritisieren, reden jeden Vorschlag schlecht und wollen gar keine Reform!"