SPÖ trauert um Helmut Schmidt

Der deutsche Altkanzler Helmut Schmidt ist im Alter von 96 Jahren gestorben. SPÖ-Politiker zeigen sich tief betroffen vom Tod des großen Sozialdemokraten.

SPÖ-Bundesparteivorsitzender, Bundeskanzler Werner Faymann:

„Helmut Schmidt war ein großer und prinzipienfester Sozialdemokrat, der immer die Menschen, ihre Sorgen und Nöte im Blick hatte. Mit Helmut Schmidt verlieren wir einen Jahrhundertpolitiker, der Deutschland, ja ganz Europa seinen Stempel aufgedrückt hat. Mit seinem leidenschaftlichen Einsatz gilt Helmut Schmidt als einer der bedeutendsten Wegbereiter eines friedlichen und geeinten Europas. Mit seinem politischen Lebenswerk und seinem unbedingten Einsatz für die Menschen hat sich Helmut Schmidt nicht nur in die Geschichtsbücher eingetragen, sondern sich auch über alle Partei- und Ländergrenzen hinaus Achtung, Bewunderung und Ansehen verschafft. Schmidt war eine moralische Instanz, Grundkonstante seines Lebens war stets der volle Einsatz für Freiheit und Demokratie. Mit Helmut Schmidt verliert die Sozialdemokratie einen großen Mitstreiter und ebenso wachen wie kritischen Geist“, betonte Faymann.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid:

„Helmut Schmidt war ein Homo Politicus par excellence, bei dem sich Menschenkenntnis, Intelligenz und Erfahrung aufs Vortrefflichste verbunden haben. Schmidt hat mit seinem Lebenswerk Unverzichtbares für die Demokratie und Wegweisendes für ein friedliches Europa geleistet“, sagte Schmid, der an ein wichtiges Credo Schmidts erinnerte, nämlich: Seid dankbar, dass es euch so gut geht, und solidarisch gegenüber jenen, denen es nicht so gut geht. „Dieses Credo von Helmut Schmidt ist gerade jetzt, da es in der Flüchtlingsfrage so dringend europäische Solidarität braucht, Auftrag und politisches Vermächtnis zugleich. Helmut Schmidt hat die Lehren aus der deutschen Geschichte gezogen und auch in kritischen Situationen stets den demokratischen Rechtsstaat verteidigt. Er war einer der großen Architekten der Europäischen Einigung und des deutsch-französischen Miteinanders und gemeinsam mit Willy Brandt ein visionärer Gestalter der deutschen Ostpolitik. Helmut Schmidt wird als eine der prägendsten Persönlichkeiten der internationalen Sozialdemokratie unvergessen bleiben.“

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder:

„Helmut Schmidt war einer von den ganz Großen, der die Politik nach 1945 in Europa geprägt hat – immer im Bewusstsein wie fragil dieses Europa war und ist. Er war Macher, der Politik studiert und gedacht hat.“ Seine Zeit als Regierungschef war geprägt von einer internationalen Wirtschaftskrise, ausgelöst durch den Ölpreisschock. „In dieser für Deutschland schwierigen Zeit setzte Schmidt besonders auf die deutsch-französische Kooperation. Durch die Initiative Schmidts wurde 1979 das Europäische Währungssystem gegründet. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für die europäische Identität und Unabhängigkeit Europas gelegt“, so der SPÖ-Klubobmann. 1982 endete Schmidts Amtszeit. „Ruhig blieb Schmidt deshalb nicht. Seine politischen Publikationen waren Bestseller und als Herausgeber der Wochenzeitung ‚Die Zeit‘ dachte er Politik weiter“, so Schieder.