Sozialdemokratie gedenkt der Gründung der Ersten Republik

Fotos: SPÖ / Thomas Lehmann

Hochrangige VertreterInnen der Sozialdemokratie haben beim Republik-Denkmal am Ring der Ausrufung der Ersten Republik am 12. November 1918 gedacht. Bundeskanzler Werner Faymann erinnerte dabei an den sozialen Zusammenhalt als damals wie heute stärkste Kraft.

SPÖ-Bundesparteivorsitzender, Bundeskanzler Werner Faymann und der Wiener Bürgermeister Michael Häupl legten zum Gedenken an die Anfänge der parlamentarischen Demokratie in Österreich einen Kranz am Republik-Denkmal nieder. Die rege Teilnahme an der Veranstaltung zeigt, so Faymann, dass „viele diese Tradition des Gedenkens ernstnehmen. Es darf nicht in Vergessenheit geraten, wie die Frauen und Männer nach dem Ersten Weltkrieg trotz Hunger und Arbeitslosigkeit die Kraft hatten, die Ärmel aufzukrempeln und das Land aus den Trümmern wieder aufzubauen“.

Wichtig dabei war der soziale Zusammenhalt, den Victor Adler und Jakob Reumann forcierten, indem sie sich vom ersten Tag an für „das Vermögen des kleinen Mannes“, wie der deutsche Altkanzler Helmut Schmidt den Sozialstaat einmal bezeichnet hat, einsetzten. „Dabei ging und geht es darum, dass jene, die hart arbeiten, auch davon leben können. Durch die staatlichen Einrichtungen wie Spitäler und Schulen für alle Kinder und nicht nur für die, die es sich leisten können. Wer den Staat zurückdrängen und ihm die Luft zum Atmen nehmen will, handelt nicht im Geiste jener, die die Republik aufbauten“, betonte Faymann. Der Bundeskanzler erinnerte daran, dass damals Flüchtlinge aus den Kronländern ein friedliches Leben für sich und ihre Familien suchten. Auch heute geht es um die Kernfragen, „wie wir zu jenen stehen, die Schutz suchen, und wie wir es heute schaffen, dass jeder etwas vom Vermögen hat und der soziale Zusammenhalt gestärkt wird“.

Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Sozialdemokratie

Neben Kanzler Faymann gedachten Nationalratspräsidentin Doris Bures, Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Kanzleramtsminister Josef Ostermayer, Infrastrukturminister Alois Stöger, Staatssekretärin Sonja Steßl, SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid, SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder, SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner, JG-Vorsitzende Katharina Kucharowits sowie Nationalratsabgeordnete des Gründungstags der Ersten Republik. Die Wiener SPÖ war unter anderem durch die Stadträtinnen Sonja Wehsely und Sandra Frauenberger sowie die Stadträte Michael Ludwig und Andreas Mailath-Pokorny vertreten. Der steirische Landesrat Jörg Leichtfried und der Wiener PVÖ-Präsident Rudolf Edlinger nahmen ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teil.

Mit der Ausrufung der Republik am 12. November 1918 wurde die Monarchie endgültig abgeschafft. Der Sozialdemokrat Karl Renner übernahm als Staatskanzler die Bildung der ersten Regierung der neuen Republik. Als Republik „Deutsch-Österreich“ wurde der neu gegründete Staat eine parlamentarische Demokratie. Die Strukturen, die in der Folge geschaffen wurden, sind für Österreich bis heute prägend.

Das Denkmal der Republik wurde 1928 zum zehnten Jahrestag der Republik eingeweiht. Es besteht aus Büsten des ersten sozialdemokratischen Bürgermeisters von Wien Jakob Reumann, des Begründers der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Victor Adler und des ersten sozialdemokratischen Ministers für soziale Verwaltung Ferdinand Hanusch. Im Zuge der Ausschaltung der Republik wurde es 1934 durch die Austrofaschisten entfernt, seit 1948 befindet es sich wieder an seinem Standort am Dr.-Karl-Renner-Ring zwischen Parlamentsgebäude und Palais Epstein.

Fotos: SPÖ / Thomas Lehmann