Die Bildungsreform kommt – Mehr Chancen für unsere Kinder

Mit der Bildungsreform hat die Regierung die nächste wichtige Reform auf Schiene gebracht.  Sie bringt Verbesserungen für SchülerInnen und LehrerInnen, eine Stärkung des Standortes durch mehr Autonomie, mehr Gemeinsamkeit und eine Stärkung der Kindergärten als Bildungsinstitutionen.

"Wir haben heuer drei große Meilensteine durchsetzen können: Die Steuerreform, die Reform des Arbeitsmarktes und jetzt die Bildungsreform", verwies Bundeskanzler Werner Faymann auf den "produktiven Kurs der Regierung" . "Mit dieser Bildungsreform geht das österreichische Bildungssystem in eine neue Zeit. In eine Zeit der Eigenverantwortung und der Entbürokratisierung, in eine Zeit, in der sich die Kinder durchgesetzt haben“, sagte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei der Präsentation.

Und auch für SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann ist die Reform „ein Riesenschritt nach vorn“: Sie bringt „eine enorme Verbesserung der Bildungslandschaft – und sie stellt vor allem das Wichtigste in den Mittelpunkt: nämlich die SchülerInnen und bestmögliche Chancen für sie“, sagt die SPÖ-Abgeordente. Die Reform umfasst alle Bildungsbereiche: Von der Stärkung der Elementarpädagogik und der Schulautonomie, über ein großes Schulautonomiepaket und eine einheitliche Schulverwaltung bis zur gemeinsamen Schule.

Die wichtigsten Teile der Bildungsreform

1.    Elementarpädagogik – Kindergarten als Bildungseinrichtung stärken

Der Kindergarten ist die erste Bildungseinrichtung, in der die wesentlichen Grundlagen für die Entwicklung der Kinder gelegt werden. Potential-, Begabungs- und Sprachförderung beginnen schon dort. Das Fundament für den weiteren Bildungsweg der Kinder wird gebaut, u.a. durch

–    Einführung eines bundesweit einheitlichen Bildungskompasses für alle Kinder (analog zum Mutter-Kind-Pass) ab 3,5 Jahren bis zum Ende der Schullaufbahn mit einer durchgehende Sprachstands- und Entwicklungsdokumentation
–    Zweites verpflichtendes Kindergartenjahr
–    Entwicklung eines verbindlichen bundesweit einheitlichen Qualitätsrahmens für Kindergärten
–    Besser Ausbildung der KindergartenpädagogInnen

2.    Schuleingangsphase- und Volksschule, sprachliche Förderung

Schuleingang NEU: Die Übergänge werden kindgerecht gestaltet. Grundkompetenzen, Talente, Interessen und Begabungen der Kinder werden dadurch gestärkt. Das letzte verpflichtende Kindergartenjahr und die ersten beiden Volksschuljahre werden als gemeinsame Schuleingangsphase aufgefasst. Vorgesehen ist u.a.

–    Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Volksschule – förderbezogener Datenaustausch
–    Neue Form der Schuleinschreibung
–    Mehr schulautonome Möglichkeiten – etwa jahrgangsübergreifender Unterricht, alternative Beurteilung
–    Deutsch-Sprachstartkurse für neue SchülerInnen

3.    Autonomie

Bessere Lernergebnisse und effizienterer Ressourceneinsatz sollen durch
autonome Gestaltung und pädagogische Freiräume an den Schulen erreicht werden, u.a. durch:

–    Erleichterte Gestaltung von Lerngruppen nach pädagogischen Zielsetzungen, Ausbau der Möglichkeiten der Flexibilisierung bei der Klassenbildung bzw. Gruppenbildung ausgebaut.
–    Mehr schulautonome Schwerpunktsetzungen und Autonomie
–    im Bereich der Stundentafel innerhalb qualitätssichernder
–    Bandbreiten. Autonome Abweichungen der Lehrpläne sind je
–    nach Schultyp und Schulstufe im Ausmaß von bis zu 33% möglich.
–    Mitsprache- und Mitbestimmungsmöglichkeiten der Schulpartner sind gewahrt
–    Mehr personelle und finanzielle Autonomie der SchuldirektorInnen (z.B. Lehrerauswahl)

4.    Modell-Regionen, Schule der 6– bis 14-Jährigen

Ziel ist eine Schule, in der alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer
individuellen Fähigkeiten sich bestmöglich entwickeln können. Dazu braucht es
unterstützende pädagogische, personelle und organisatorische Rahmenbedingungen. Hierzu zählen Maßnahmen der innerer Differenzierung und Individualisierung, ebenso wie eine gute Durchmischung aller Kinder einer Altersgruppe. Neue Mittelschule, AHS-Unterstufe, Sonderschule sind Teil der Region, ebenso können Volksschule und Kindergärten daran teilnehmen.

–    In einer Modell-Region für eine gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen sind alle Schulen der Region eingebunden, wobei eine Modell-Region nur Teile eines Bundeslands umfassen darf.
–    Die Gesamtzahl der Standorte in den Modell-Regionen darf 15% aller Standorte der jeweiligen Schulart in einem Bundesland sowie 15% aller SchülerInnen des Bundeslands nicht überschreiten
–    In 10 Jahren sollen die Modellregionen evaluiert werden

5.    Schulorganisation, Bildungsdirektion

–    Oberste Schulbehörde ist der/die BundesministerIn
–    Für jedes Bundesland wird eine Bildungsdirektion als gemeinsame Bund-
Länderbehörde eingerichtet.
–    An der Spitze der Bildungsdirektion steht der/die BildungsdirektorIn, der/die auf Vorschlag des Landeshauptmannes oder Landeshauptfrau von dem/der zuständigen BundesministerIn ernannt wird.
–    Der/die BildungsdirektorIn wird auf fünf Jahre bestellt.

6.    Bildungsinnovation

–    Bis 2020 soll es eine flächendeckende Verfügbarkeit an allen Schulstandorten mit ultraschnellem Breitbandinternet sowie Netzwerk (WLAN) geben.
–    Eine Bildungsstiftung wird als Exzellenzprogramm für eine progressive Weiterentwicklung der (Kindergarten- und) Schulpädagogik sowie Begabten- und Begabungsförderung sorgen.
–    Universitäten, pädagogische Hochschulen, Schulverwaltungen und Schulen/Schulverbünde können bei dieser Stiftung Projekte einreichen, die von einer internationalen ExpertInnenjury ausgewählt werden.