Große Bildungsreform beschlossen

Nach der größten Steuerreform in der Zweiten Republik und dem erst kürzlich vorgestellten Arbeitsmarkt- und Konjunkturpaket hat die Regierung mit der Bildungsreform die nächste wichtige Reform vorgestellt.

Die Bildungsreform dient einem Ziel: Die Schule im Sinne der Kinder zu verbessern und den Kindern und Jugendlichen unseres Landes die bestmöglichen Bildungschancen zu bieten. Die zuständigen Ministerien haben im Ministerrat die Eckpunkte der Bildungsreform vorgestellt, die alle Bildungsbereiche umfasst.

  • Bessere Schule für die Kinder:

    • der Kindergarten wird stärker zur Bildungseinrichtung ausgebaut
    • verbesserte Schuleingangsphase in der Volksschule: dadurch wird der Übergang vom letzten Kindergartenjahr in die Volksschuljahre problemlos und stufenlos funktionieren.
  • Autonomiepaket: Die einzelnen Schulstandorte bekommen mehr Möglichkeiten als je zuvor. Z.B. können die SchulleiterInnen individuelle Schwerpunkte setzen und die dafür bestgeeigneten LehrerInnen einsetzen.
  • Gemeinsame Schule: Zukünftig können bis zu 15 Prozent der SchülerInnen aus AHS-Unterstufen zusätzlich in gemeinsame Schulen gehen. Das sind bis zu 17.000 SchülerInnen.
  • Schulverwaltung: Hier wird eine neue Bund-Länder-Behörde (Bildungsdirektion) geschaffen, die an Stelle des Landesschulrates und der Landesbildungsabteilungen tritt. Damit werden Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung beseitigt. Es werden 400 Funktionen ersatzlos gestrichen: amtsführende Präsidenten, stellvertretende Präsidenten und Kollegien. Die Verrechnung aller LehrerInnen erfolgt über das Bundesrechenzentrum.

Faymann: „Einigung kann sich sehen lassen“

Bundeskanzler Werner Faymann sprach im Pressefoyer nach dem Ministerrat von einer „politischen Einigung, die sich sehen lassen kann“. Die umfassende Bildungsreform sei „für die Schüler besser, bedeutet für die Standorte eine Stärkung und stärkt auch die Gemeinsamkeit“, sagte Faymann, der sich bei allen VerhandlerInnen bedankte. Bund und Länder hätten „eng zusammengearbeitet, um die wichtige Frage der Schule und damit die Zukunft unserer Kinder auf einen gemeinsamen Weg zu bringen“, betonte Faymann. Mit der Steuerreform, dem Beschäftigungspaket und der Bildungsreform habe die Regierung innerhalb kurzer Zeit „drei große Marksteine“ vorgelegt, sagte der Bundeskanzler.

Schmid: Bildungsreform bringt mehr Chancen für unsere Kinder     

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid wertet die präsentierten Ergebnisse der Bildungsreform-Arbeitsgruppe als „ganz wichtigen Schritt, mit dem die SPÖ-geführte Regierung unter Beweis stellt, dass sie konsequent und erfolgreich an einer weiteren Verbesserung unseres Bildungssystems und damit der Chancen unserer Kinder und Jugendlichen arbeitet“. Während andere nur durch Hetze und Schlechtreden auffallen, arbeite die Regierung gemeinsam an der Lösung der großen Herausforderungen. „Mit der gemeinsamen Schule, dem umfassenden Schulautonomie-Paket und der neuen einheitlichen Schulverwaltung haben wir uns auf weitere wichtige Punkte verständigt, die für ein leistungsfähiges und chancengerechtes Bildungssystem unerlässlich sind“, sagt Schmid.

Grossmann: „Haben Riesenschritt nach vorne gemacht“

„Die Bildungsreform bringt eine enorme Verbesserung der Bildungslandschaft – und sie stellt vor allem das Wichtigste in den Mittelpunkt: nämlich die SchülerInnen und bestmögliche Chancen für sie“, sagt SPÖ-Bildungsprecherin Elisabeth Grossmann. Die Bildungsreform stelle einen „Riesenschritt nach vorne dar, der die Chancen unserer Kinder und unseres Landes entscheidend verbessert.“ In den Verhandlungen sei es Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek gelungen, mit den besseren Argumenten zu überzeugen und eine Reform auf den Weg zu bringen, die „das stärkt, was der SPÖ von Anfang an besonders wichtig war – nämlich mehr Chancengerechtigkeit. Dass die Länder die gemeinsamen Schule jetzt in größerem Umfang umsetzen können, ist ein großer Durchbruch für eine chancengerechte Bildung, bei der es um die Talente unserer Kinder und nicht um die Herkunft und das Einkommen ihrer Eltern geht“, betont Grossmann.