„16 Tage gegen Gewalt“ gestartet

Jede dritte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben von geschlechterspezifischer Gewalt betroffen, in Österreich ist es jede Fünfte. Am 25.11.2015, dem Internationalen Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen, sind die „16 Tage gegen Gewalt“ gestartet, während der weltweit auf das Problem aufmerksam gemacht wird.

„Jedes Opfer von Gewalt ist eines zu viel“, stellt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek klar. In diesem Jahr habe sich in Österreich aber „schon viel getan“, um den Gewaltschutz, bei dem Österreich mit seinen Gewaltschutzgesetzen ohnehin Vorreiter ist, noch weiter zu verbessern. So wurde der Nationale Aktionsplan zum Schutz von Frauen vor Gewalt initiiert, der 64 Maßnahmen – von der Prävention bis zur konkreten Hilfestellung – enthält. Außerdem wurde das Strafrecht hinsichtlich sexueller Selbstbestimmung und sexueller Belästigung entscheidend verbessert.

Gewaltschutz verbessern

In Österreich gehe es darum, den Gewaltschutz durch „Feinheiten“ zu verbessern. Bewusstseinsbildung, Aufklärung, Information und Vernetzung standen daher im Zentrum der Kampagne „GewaltFREI LEBEN“. Mit ihr wurde in den letzten zwei Jahren österreichweit Bewusstsein für das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen geschaffen und die kostenlose Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222 555 bekannter gemacht. Insgesamt konnten mehr als 170 PartnerInnen für die Kampagne gewonnen werden. Hunderte Workshops wurden innerhalb und außerhalb des schulischen Bereiches durchgeführt und mehr als 3.000 Kinder und Jugendliche auf diesem Wege erreicht. Außerdem wurden verschiedene Leitfäden erarbeitet, u.a. für das Management in Krankenhäusern, die Gewaltpräventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen oder für eine verantwortungsvolle Berichterstattung in den Medien

Fokus auf „Frauen auf der Flucht“

Dieses Lahr stehen die “16 Tage gegen Gewalt” international unter dem Motto „From Peace in the Home to Peace in the World: Make Education Safe for All!“. Hierzulande wird der Schwerpunkt auf „Frauen auf der Flucht“ gelegt. „Wir müssen allen Schutz bieten und jegliche Betreuung zur Verfügung stellen, damit alle Frauen die Chance bekommen, ihre schrecklichen Erlebnisse zu überwinden“, stellt JG-Vorsitzende, SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Katharina Kucharowits klar. „Wir müssen alles daran setzen, die körperliche und sexuelle Integrität von Mädchen und Frauen zu schützen“, betont SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm. Frauenministerin Heinisch-Hosek wird sich des Themas „Frauen und Flucht“ im kommenden Jahr verstärkt annehmen und hat dazu bereits erste Gespräche mit NGOs geführt.

Null Toleranz bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Nationalratsabgeordnete und Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Steiermark Elisabeth Grossmann betont, „dass es in unserer Gesellschaft keine Toleranz für Gewalttätige geben darf.“ Gewalt gegen Frauen und Kinder sei „immer noch traurige Realität wie aktuelle Zahlen beweisen“. Österreichweit gab es in den letzten Jahren einen Anstieg der Betretungsverbote von 4.764 im Jahr 2004 auf 8.466 im Jahr 2014 aufgrund häuslicher Gewalt. Grossmann fordert, dass die Gewaltschutzgesetze auch richtig angewendet werden. Dazu müsse Justizminister Brandstetter für intensivere Schulungen des Personals im Justiz und Sicherheitswesen sorgen.