Spitäler, ELGA, Datenschutz

ELGA startet in Spitälern

Die Elektronische Gesundheitsakte ELGA ist in Spitälern in Wien und der Steiermark gestartet. Jetzt ist es möglich, seine Befunde und Medikamente – unter höchster Datensicherheit – jederzeit via Internet abzurufen. ÄrztInnen erhalten für Diagnose und Therapie wichtige Informationen.

Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser betont, dass Österreich mit ELGA eine Vorreiterrolle in Europa einnimmt. Mit ELGA werden wichtige Gesundheitsdaten von PatientInnen vernetzt, was PatientInnen und behandelnden ÄrztInnen mehr Zeit und einen besseren Überblick bringt. Die Vernetzung der Daten soll den Informationsfluss zwischen den Gesundheitsdienstanbietern verbessern. PatientInnen haben dank ELGA erstmals die Möglichkeit, rasch und unkompliziert, zeit- und ortsunabhängig auf ihre Gesundheitsdaten zuzugreifen. Außerdem ersparen sich PatientInnen durch ELGA unnötige Doppeluntersuchungen, Wartezeiten und Wege. Sie müssen ihre Befunde auch nicht mehr selbst zum Arzt mitnehmen. ÄrztInnen werden durch die schnelle Verfügbarkeit von patientenbezogenen Informationen in Diagnostik und Therapie unterstützt. Die Benutzer sind laut Oberhauser „gut vorbereitet“.

Entlassungsbrief, Labor- und Radiologiebefunde werden gespeichert

Gespeichert werden die ärztlichen und pflegerischen Entlassungsbriefe aus dem Spital sowie Labor- und Radiologiebefunde. Wichtiger Teil von ELGA ist auch die e-Medikation, mit der auch die von Ärzten verschriebenen und von Apotheken abgegebenen Arzneimittel gespeichert werden. Ärzte können anhand der Liste Wechselwirkungen überprüfen und Doppelverschreibungen vermeiden. Die e-Medikation nimmt im zweiten Quartal 2016 in der steirischen Region Deutschlandsberg den Probebetrieb auf.

Höchste Datensicherheit: ELGA war nicht zu hacken

Datensicherheit hat bei ELGA höchste Priorität. Sie wurde daher auch von beauftragten Hackern getestet – und der Test erfolgreich absolviert: Es ist nicht gelungen, ELGA zu hacken. Natürlich wird die Sicherheit laufend überprüft und Schutzvorkehrungen an technologische Fortschritte angepasst. Die Daten werden darüber hinaus nicht zentral gespeichert, sondern werden vernetzt. Die e-card dient als Zugangskarte, gespeichert werden auf der e-card allerdings auch weiterhin keine Gesundheitsdaten.

Restriktiver Zugriff

Der Zugriff auf die Daten ist restriktiv. „Der Schlüssel ist die e-card“, erläuterte Ministerin Oberhauser in der ZiB2. Das heißt, ohne Stecken der e-card ist kein Zugriff auf die Daten möglich. ELGA-Daten sind ausschließlich jenem Arzt (oder sonstigen Gesundheitsdienstanbietern wie Spitälern, Pflegeeinrichtungen und Apotheken) zugänglich, bei dem man aktuell in Behandlung oder Betreuung ist – und zwar für 28 Tage ab dem Stecken der e-card. Behörden, Versicherungen oder Betriebsärzte haben keinen Zugriff. Bei Missbrauch drohen Strafen. Jeder Zugriff auf die Daten wird genau protokolliert.

ELGA-Portal im Vollbetrieb

Ebenfalls am 9. Dezember geht das ELGA-Portal in Vollbetrieb. Der Zugang erfolgt über das Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at mittels Handysignatur oder Bürgerkarte. Dort können Patienten nach Anmeldung Befunde abrufen, ausdrucken oder sperren. Bereits vorhandene Befunde werden in das neue System nicht eingespeist. Es gibt auch keinen Zwang zur ELGA-Teilnahme: Von ELGA kann man sich ab- oder auch wieder anmelden. Zudem können im Portal auch die Zugriffsrechte verwaltet werden.

ELGA-Fahrplan

In der Steiermark werden zum Start bereits über 90 Prozent des stationären und ambulanten Bereichs öffentlicher Spitäler abgedeckt. In der Bundeshauptstadt wird an fünf Abteilungen des Spitals Hietzing mit ELGA gestartet, danach folgen die weiteren Spitäler des KAV und im Mai 2016 dann das AKH als größtes Spital Österreichs. Wer in einem Spital behandelt wird, das bereits mit ELGA arbeitet, kann die ELGA-Funktion „e-Befunde“ danach bereits nutzen. Die anderen Bundesländer und die niedergelassenen Ärzte arbeiten ab Mitte 2016 freiwillig und ab Mitte 2017 verpflichtend mit ELGA. Die ELGA-Funktion „e-Medikation“ startet schrittweise im Jahr 2016.

Spindelberger: Skepsis der Ärztekammer erinnert an e-card-Einführung

„Mit dem Start der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) in Österreich werden Transparenz und Sicherheit für PatientInnen auf ein neues Niveau gehoben“, begrüßt SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger den ELGA-Auftakt. „Das sehen laut OEKONSULT-Umfrage auch 91 Prozent der PatientInnen so: Sie sehen in ELGA eine wertvolle Hilfe, die sie nutzen wollen.“ Die Skepsis der Ärztekammer gegenüber ELGA erinnert den SPÖ-Gesundheitssprecher an die Einführung der e-card: „Damals wurde auch die e-card von der Ärztekammer in Frage gestellt. Heute genießt die e-card hohe Akzeptanz unter PatientInnen wie unter ÄrztInnen. Unser Gesundheitssystem ist ohne sie nicht mehr vorstellbar.“

ELGA-Vorteile auf einen Blick:

  • Transparenz: Befunde und Medikamentenübersicht für PatientInnen jederzeit abrufbar
  • ÄrztInnen erhalten wichtige Informationen für Diagnose und Therapie
  • Zeit- und kostenintensive Mehrfachuntersuchungen/-befundungen werden vermieden
  • Höchste Datensicherheit ist gegeben: Zugriff nur mit e-card, Zugriffe werden protokolliert; weiterhin keine Gesundheitsdaten auf der e-card gespeichert
  • Kein Zwang: PatientInnen haben die Wahl, die Vorteile von ELGA zu nützen, Befunde zu sperren oder sich abzumelden

Weitere Infos auf der Website des Gesundheitsministeriums, im ELGA-Portal und auf der ELGA-Website.