Kämpfen wir für eine solidarische und gerechte Welt!

Unter dem Titel „Frauen.Flucht.Solidarität“ wurden am 2. Barbara Prammer-Symposium im Parlament die Gefahren von Frauen sowohl in ihren Herkunftsländern als auch während der Flucht nach Europa diskutiert.

Nationalrats-Präsidentin Doris Bures zeichnete in ihrer Begrüßungsrede die Dimensionen der Fluchtbedingungen nach: „Acht von zehn Flüchtlingen weltweit sind Frauen und Kinder. Auf einen getöteten Soldaten kommen aktuell neun getötete Zivilisten, darunter vor allem Frauen und Kinder.“ Um den Betroffenen ausreichend Unterstützung zukommen zu lassen und Solidarität leben zu können, bekräftigte Bures abermals, dass Flüchtlinge in Europa verteilt werden müssen.

 

Irene Khan: Frauen auf der Flucht; Keynote im Rahmen des 2. Barbara Prammer-Symposium

Barbara Prammer habe immer wieder  festgestellt, dass nur eine solidarische Welt eine gerechte Welt sei. Daher forderte Bures die zahlreich erschienenen Gäste zum Abschluss ihrer Eröffnungsrede auf, für eine solidarische und gerechte Welt zu kämpfen.

Auf die spezielle Situation von Frauen in kriegerischen Konflikten und auf der Flucht wiesen Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder und Gisela Wurm, Frauensprecherin der SPÖ, im Eröffnungstalk hin.

Die Frauenministerin wies auf die oft schrecklichen Erfahrungen hin, die Frauen auf der Flucht auch mit sexualisierter Gewalt machen – viele von ihnen müssten sich die Flucht mit Sex „erkaufen“. Wichtig ist deshalb, zumindest für adäquate Bedingungen in den Zielländern zu sorgen. „Wir müssen danach trachten, dass die Aufenthaltsdauer in Erstaufnahmezentren und Massenquartieren möglichst kurz sind“, betonte Heinisch-Hosek. Denn die Perspektive in kleineren Einheiten ist für Frauen und Kinder besser.

Kurdische Frauen kämpfen bewaffneten Widerstand gegen den IS – die Situation von Frauen in Flüchtlingslagern ist prekär

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder berichtete in seinem Statement von seinen Erfahrungen und Erlebnissen in Flüchtlingslagern an der syrisch-türkischen und der syrisch-irakischen Grenze, die er gemeinsam mit anderen ParlamentarierInnen 2014 und 2015 besucht hat. Die jahrelange Unsicherheit über die Zukunft und über den Verbleib von Verwandten – etwa von weiblichen Angehörigen, die vom IS verschleppt wurden – prägten die Menschen. Gleichzeitig gebe es in der kurdischen Region viele „toughe“ Frauen im bewaffneten Widerstand gegen den IS und als Bürgermeisterinnen, die die Flüchtlingskrise und die Unterbringung ohne Hilfe der türkischen Zentralregierung bewältigen und organisieren müssen. „Wenn man in dieser Region zu einem stabilen System kommen will, dann ist die kurdische Selbstverwaltung ein entscheidender Faktor“, so der Klubobmann.

SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm ging in ihrem Statement auf den Entschließungsantrag des Nationalrats im letzten Jahr ein, der die besondere Situation von Frauen in bewaffneten Konflikten und auf der Flucht behandelt hat. „Für Frauen, die in Österreich ankommen, müssen wir entsprechende Bedingungen schaffen – dabei werden wir nicht nachlassen“, bekräftigte Wurm. „Solidarität mit Frauen auf der Flucht bedeute auch, für eine solidarische Aufteilung innerhalb Österreichs zu sorgen“, pflichtete sie der Forderung von Bures bei.

Organisiert wurde das Symposium von den SPÖ-Bundesfrauen, dem Renner-Institut und dem SPÖ-Parlamentsklub.

Fotos zur Veranstaltung finden sich in unserem Flickr-Album!