Nationalsozialismus, Holocaust, Gedenken

SPÖ gedenkt der Holocaust-Opfer

Am 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gedenkt die SPÖ der Opfer des Holocaust. Bundeskanzler Faymann mahnt zu Wachsamkeit und Aufmerksamkeit gegenüber antidemokratischen Tendenzen.

Heute vor 71 Jahren, am 27. Jänner 1945, ist das Konzentrationslager Auschwitz durch Truppen der Roten Armee befreit worden. Schätzungen zufolge wurden in Auschwitz etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet – rund 1 Million Jüdinnen und Juden, 21.000 Roma und Sinti, 15.000 sowjetische Kriegsgefangene und mehr als 80.000 aus politischen und anderen Gründen nach Auschwitz Deportierte. Die SPÖ gedenkt der Opfer des Holocaust und aller Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft.

Faymann: Kein Platz für Hetze und Rassismus in Europa

Bundeskanzler Werner Faymann betont „die Verpflichtung, autoritären Tendenzen in unseren Gesellschaften – in Österreich wie in Europa – mit Entschlossenheit entgegenzuwirken und dort öffentlich auftreten, wo Menschenrechte verletzt und Rechtsstaatlichkeit gering geschätzt werden. Diese Aufmerksamkeit und Wachsamkeit muss für uns eine Selbstverständlichkeit sein. Das sind wir auch den Opfern und ihren Angehörigen schuldig“. Die Schrecken des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts hatten ihre Vorläufer schon in der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre und der aus ihr resultierenden sozialen Not: Die Menschen hatten ihre Lebenschancen und Hoffnungen verloren. Ihre Angst wurde vom Nationalsozialismus missbraucht – „mit Politik auf dem Rücken der Schwächsten, mit Hetze gegen andere, mit Antisemitismus, mit Krieg“, sagt der Bundeskanzler.

Es ist wichtig, die richtigen Schlüsse aus der Geschichte zu ziehen und für ein Europa einzutreten, das für soziale Sicherheit steht, für Chancen und für Arbeit. „Denn die Angst ist stets ein gefährlicher Nährboden“, sagt Faymann. Gerade heute seien Gemeinsamkeit, Solidarität und Zusammenhalt in Europa Schlagworte, „die wieder mit Leben erfüllt werden müssen“, wies Faymann auf die aktuelle Flüchtlingssituation hin. „Denn in Europa darf kein Platz für Hetze, Rassismus und Ressentiments gegen Minderheiten sein.“

Schmid: Arbeit von ZeitzeugInnen wichtiger denn je

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid: „Dem bürokratisch geplanten und industriell durchgeführten Massenmord des NS-Regimes sind Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Rassistische und antisemitische Propaganda sowie das Schüren von Ressentiments gegen Homosexuelle, Minderheiten und alles ‚Fremde‘ bereiteten neben vielen anderen Faktoren die Grundlage dafür. Diese zivilisatorische Schande muss uns eine immerwährende Mahnung sein.“

Gedenken und Erinnern in Form von Veranstaltungen jedweder Art sei zentrales Element, um die Gräuel des NS-Terrors niemals zu vergessen. „Das Lernen aus der Geschichte ist aber eine permanente Aufgabe, der sich alle Bereiche der Gesellschaft stellen müssen – ganz besonders freilich die Politik und das Bildungswesen“, so Schmid. Vor diesem Hintergrund ist auch die Arbeit der leider immer weniger werdenden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von eminenter Wichtigkeit. „Wir müssen als Gesellschaft alles daran setzen, dass die Erinnerungen, Empfindungen, Analysen der Überlebenden erhalten bleiben.“ Politisch bedeute das „permanente Erinnern und Gedenken“, Demokratie und Frieden immer wieder aufs Neue zu erkämpfen und zu verteidigen. Leider fehle es auch in Europa aktuell nicht an Beispielen für autoritäre Entwicklungen und das Wiedererstarken rassistischer Hetze. „Umso entschiedener müssen wir Menschlichkeit und Solidarität, Offenheit und Gerechtigkeit ins Zentrum unserer Politik stellen“, sagt Schmid.

Schieder: Gegen Verrohung, Hass und Gewalt in Europa vorgehen

Für SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder ist der Holocaust-Gedenktag „auch ein Tag des Mahnens“: „Wir sind als Politik und als Gesellschaft verpflichtet, gegen Verrohung, gegen Hass, gegen Gewalt vorzugehen und die Bedrohung, die von rechtsextremen Gruppen und Bewegungen in ganz Europa ausgeht, ernst zu nehmen und zu bekämpfen.“ Gedenken ist für Schieder immer auch ein Handlungsauftrag für die Zukunft: „Nationalismus und Ausgrenzung dürfen nicht weiter salonfähig werden. Deshalb müssen wir jene Kräfte, die für Zusammenhalt, für Gleichbehandlung und gegen Vorurteile und gegen Gewalt auftreten, stärken, denn diese Kräfte sind die Garanten für eine solidarische, gerechte und friedliche Zukunft in unserer Gesellschaft.“