Februarkämpfe: Sozialdemokratie gedenkt der Opfer des Austrofaschismus

Die Sozialdemokratie gedenkt jener ÖsterreicherInnen, die bei den Februarkämpfen 1934 ihren Kampf gegen Unrecht und Unterdrückung durch das Dollfuß-Regime mit ihrem Leben, mit Folter und Kerker bezahlt haben.

Vor 82 Jahren, am 12. Februar 1934, wehrten sich sozialdemokratische ArbeiterInnen gegen die Unterdrückung durch den Austrofaschismus. Vorausgegangen waren dem unzählige Repressalien und Rechtsbrüche durch das Dollfuß-Regime, die 1933 in der Ausschaltung des Parlaments und damit der Beseitigung der Demokratie gipfelten. Die Presse wurde zensiert, Hausdurchsuchungen bei SozialdemokratInnen und Anschläge mehrten sich. Obwohl die Sozialdemokratie bemüht war, einen Bürgerkrieg zu verhindern, ließ Dollfuß mit aller Härte gegen die Arbeiterbewegung losschlagen und auf Arbeiterwohnungen schießen. Die Folge waren hunderte Tote und zahlreiche Verletzte. Neun SozialdemokratInnen wurden nach dem Standrecht hingerichtet, mehr als 1.200 eingekerkert.

Faymann: „Bleibender Auftrag, stets für demokratische Werte einzutreten“

Anlässlich des 82. Jahrestags der Februarkämpfe gedachten Bundeskanzler Werner Faymann und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid der Opfer des Austrofaschismus. „Die Ereignisse des 12. Februar sind für uns ein bleibender Auftrag, jeglicher Verhetzung und Ausgrenzung eine klare Absage zu erteilen und stets für demokratische Werte einzutreten“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann. Der Kanzler unterstrich zudem, dass aus der Geschichte zu lernen auch heißt, klare Schlussfolgerungen und Konsequenzen zu ziehen. „Diese Konsequenzen können nur darin bestehen, autoritären Tendenzen den Nährboden zu entziehen, wachsam gegenüber Hetze und Hass zu sein und das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Die Demokratie zu schützen, den Frieden zu wahren, gemeinsam für das Land zu arbeiten und gesellschaftliche Polarisierung zu verhindern – all das ist ein Auftrag, den uns die Ereignisse des 12. Februar erteilt haben und dem wir dauerhaft verpflichtet sind“, betonte Faymann.

Schmid: „Wachsam sein gegenüber autoritären Gefahren“

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid erinnerte daran, dass „die österreichischen Arbeiterinnen und Arbeiter die ersten waren, die sich in Europa dem Faschismus entgegengestellt haben. Mehrere hundert Menschen haben für ihren Mut, gegen ein autoritäres Regime aufzustehen und für die Werte der Sozialdemokratie zu kämpfen, ihr Leben verloren. Ihr Kampf für Freiheit, Gleichheit und Demokratie ist für uns bis heute bleibendes Vermächtnis und Vorbild“, sagte Schmid. Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer betonte auch die Bedeutung der Wachsamkeit gegenüber autoritären Gefahren. „Wir wissen, dass der Faschismus in immer neuen Gewändern und Masken daherkommt. Wir sind es den Opfern der Februarkämpfe schuldig, dass wir Rassismus, Intoleranz, Hetze gegen Minderheiten und Fremdenfeindlichkeit mit allen Mitteln des demokratischen Rechtsstaates entgegentreten.“

WEB-TIPP: Ausführliche  Informationen zum 12. Februar 1934 gibt es auf rotbewegt.at, der Geschichtsseite der SPÖ, die Wissenswertes über die Geschichte der Sozialdemokratie in übersichtlicher Form bietet.