SPÖ-Bauern: Regionale Landwirtschaft stärken

Die Wintertagung der SPÖ-Bauern, die derzeit an einem neuen Programm arbeiten, war ein voller Erfolg. Im Gartenhotel Altmannsdorf tauschte man sich über den sozialdemokratischen Zugang zur Agrarpolitik und zur ländlichen Entwicklung aus.

Unter den TeilnehmerInnen an der Tagung waren Präsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer, SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach, Nationalratsabgeordneter und SPÖ-Sprecher für Landwirtschaft und ländlichen Raum Erwin Preiner, die burgenländische Agrarlandesrätin Verena Dunst,  Josef Etzenberger, Vorsitzender der SPÖ-Bauern und Matthias Friedrich, Bundesgeschäftsführer der SPÖ-Bauern. Wichtige Forderungen der SPÖ-Bauern sind die Stärkung bäuerlicher Familienbetriebe, die einen unverzichtbaren Wertschöpfungsbereich und Arbeitsplatzfaktor für Österreich und seine Regionen darstellen, der Erhalt von Bodenschutz und Biodiversität, Zugang zu Bildung und Ausbildung, rascher Internetausbau im ländlichen Raum, vereinfachter Zugang zu Förderstellen sowie der Ausbau von Kinderbetreuung im ländlichen Raum.

Biolandwirtschaft ausbauen

Preiner referierte über die finanzielle und wirtschaftliche Absicherung bäuerlicher Familienbetriebe sowie den weiteren Ausbau des Bio-Landbaus. Die Nachfrage nach biologischen Produkten stieg EU-weit zuletzt um drei Prozent, in Deutschland, dem wichtigsten Exportland Österreichs, sogar um elf Prozent. „Mit industrieähnlicher Massenproduktion im Lebensmittelbereich können wir mit den Großbetrieben der Niederlande oder Deutschlands nicht konkurrieren, daher müssen wir auch in Zukunft auf Qualität und Regionalität in der bäuerlichen Lebensmittelerzeugung setzen“, ist Preiner überzeugt. In diesem Zusammenhang fordert der SPÖ-Landwirtschaftssprecher einen Ausbau der Biolandwirtschaft auf über 30 Prozent der vorhandenen bewirtschafteten bäuerlichen Flächen sowie GVO-Verzicht im Anbau und in der Futtermittelverwendung.

Landwirtschaftliche Produktion in Europa sicherstellen

Kadenbach betonte die Bedeutung der Landwirtschaftspolitik, die in viele Bereiche wie Infrastruktur, ländliche Entwicklung oder auch Raumordnung hineinwirkt. „Es ist auch Aufgabe der Europapolitik, die landwirtschaftliche Produktion in ganz Europa und in allen Regionen sicherzustellen. Das ist nicht immer einfach, weil in manchen Regionen der Wachstumsdruck hin zu Agrarfabriken größer wird und dadurch die bäuerlichen Familienbetriebe unter Druck geraten. Dieser Entwicklung müssen wir entgegenwirken“, sagte Kadenbach. Die EU-Abgeordnete berichtete, dass auf EU-Ebene gerade ein Paket zur Kreislaufwirtschaft verabschiedet wird, das auch den Wert der Nahrungsmittel verstärkt in den Mittelpunkt der Konsumenten bringen soll. Dabei ist die Kennzeichnungspflicht und „das Vertrauen darauf, dass das, was drauf steht auch drin ist“ von größter Bedeutung, so Kadenbach.

Massenproduktion hat Nachrang gegenüber qualitativ hochwertigen Agrarprodukten

Dunst bekräftigte ebenfalls die Forderung nach einer Stärkung der Landwirtschaft. Seit 1995 ist die Anzahl der Betriebe von 20.000 auf 9.000 reduziert worden. „Doch trotz des Rückgangs der Betriebe haben wir keinen Produktionsmangel, sondern einen Überschuss, den es einzudämmen gilt. 30 Prozent der Nahrungsmittel werden weggeworfen“, machte Dunst deutlich. Das liegt am Rückgang der regionalen Familienbetriebe und dem Vormarsch großer Agrarfabriken.

Auch SPÖ-Bauern-Bundesgeschäftsführer Matthias Friedrich hat klare Vorstellungen für die österreichische Landwirtschaft: „Wir haben eine Gesamtverantwortung für die bäuerlichen Familienbetriebe und müssen daher für eine ökonomisch möglichst freie Bauernschaft eintreten. Daher sind ordentliche Preise für österreichische Produkte ein Grundanliegen.“ Fest steht: „Massenproduktion hat gegenüber qualitativ hochwertigen Agrarprodukten eindeutig Nachrang!“