Einkommenstransparenz nachschärfen

In der ORF-Pressestunde machte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek klar, dass sie bei den verpflichtenden Einkommensberichten nachjustieren will.

Mit den Einkommensberichten, den Gehaltsangaben in Stelleninseraten und mit dem Gehaltsrechner sind bereits wichtige Maßnahmen umgesetzt worden. Um die Einkommensschere zu schließen, soll hier weiter angesetzt werden, konkret bei den Einkommensberichten. Diese sollen künftig vereinheitlicht werden, kündigte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek in der ORF-Pressestunde an. So sollen sich alle Gehaltsbestandteile darin wiederfinden, um eine wirkliche Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Und zweitens soll zumindest einmal im Jahr verpflichtend in den Betrieben zwischen Betriebsrat und Unternehmensführung über diese Berichte gesprochen werden. „Auch um gezielt Frauenförderpläne umzusetzen“, betonte Heinisch-Hosek.

SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm begrüßt das sehr. Denn ein Schließen der Einkommensschere „bedeutet auch, dass das ein wichtiger Schritt zu höheren Frauenpensionen und zu weniger Altersarmut bei Frauen ist“, sagte Wurm. Auch SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner begrüßt diesen Vorstoß der Frauenministerin: „Es geht darum, innerbetrieblich eine Transparenz über Frauen- und Männergehälter herzustellen. Damit könnte dem Prinzip gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit endlich gefolgt werden.“

Kein vorzeitiges Anheben des Frauenpensionsantrittsalters

Auch in Sachen Pensionen deponierte Heinisch-Hosek erneut ihre Absage an einem vorzeitigen Anheben des Antrittsalters für Frauen. Sie verwies darauf, dass beim Regierungsbeschluss, betreffend der Anhebung des allgemeinen Pensionsalters bereits jetzt erreicht wurde, was erst für 2018 vereinbart war. Wurm unterstützt auch hier die Argumentation der Frauenministerin und betont, dass weiter am Arbeitsmarkt und an höheren Fraueneinkommen anzusetzen sei. „Dass die Frauenministerin jetzt eine Schärfung des Gesetztes für die Einkommenstransparenz einfordert, ist hier ein wichtiger Schritt“, erklärt Wurm.

Brunner weist darauf hin, dass weitere wichtige Schritte zur Verringerung der Lohnschere der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen sei, damit sich für Frauen die Vereinbarkeitsfrage nicht mehr stelle. Hier geschehe aber mit den 305 Mio Euro für die Kinderbetreuung und 800 Mio Euro für die Ganztagsschulen schon einiges. „Und auch eine Erhöhung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne auf 1700 Euro sei besonders wichtig – hier unterstützen wir die Gewerkschaften in ihren Bemühungen“, betonte die SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin.