Versprochen und gehalten: Keine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters

Von SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm gab es Lob für die politische Einigung beim Pensionsgipfel der Regierung: „Wir haben dabei viel für die Frauen erreicht.“

Positiv sind die Verbesserungen für Langzeitversicherte mit niedrigen Pensionen. Gleichzeitig werde das Pensionsantrittsalter der Frauen nicht angetastet. „Im Nationalratswahlkampf 2013 haben wir zugesichert, dass es mit der Sozialdemokratie keine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters geben wird – versprochen – gehalten“, so Wurm.

Positiv sieht Wurm die Pensions-Vereinbarung über einen finanziellen Anreiz für Frauen, über 60 hinaus zu arbeiten. Fakt ist aber: Zwei Drittel der Frauen gehen aus der Arbeitslosigkeit in die Pension.

Als Johanna Dohnal als Frauenministerin 1992 durchgesetzt hat, das die schrittweise Angleichung des Frauenpensionsalters an das der Männer ab 2024 in der Verfassung verankert wird, ist sie optimistischerweise davon ausgegangen, dass bis dahin ein großer Teil der Ungleichheiten beseitigt sein werden. Tatsache ist aber, dass der „Gender pay gap“ immer noch sehr groß ist und die Gesellschaft von Halbe/Halbe in der Familie oder bei Pflegearbeit immer noch weit entfernt ist. Zwei Drittel der unbezahlten Arbeit wird immer noch von Frauen geleistet.

Den heutigen Weltfrauentag nahm Wurm auch zum Anlass darauf hinzuweisen, was frauenpolitisch noch zu tun ist: „Es braucht faire Bezahlung, eine Neubewertung der Arbeit und Halbe/Halbe auch bei der unbezahlten Familienarbeit.“

Die SPÖ-Frauensprecherin erinnerte an die Forderungen der streikenden TextilarbeiterInnen zu Beginn der Frauentags-Bewegung, den ersten Frauentag 1911 in Österreich und den Slogan des Weltfrauentages „Brot und Rosen!“ „Für heute gesprochen: Faire Bezahlung und Zeit zum Leben!“