Sozialdemokratie trauert um Rudolf Sarközi

Die österreichische Sozialdemokratie trauert um den Vertreter der österreichischen Roma Rudolf Sarközi, der sich als „Brückenbauer und Galionsfigur im Kampf gegen Rassismus und Ausgrenzung“ sowie um die Anerkennung der Roma als Volksgruppe verdient machte.

Bundeskanzler Werner Faymann, SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid und der Vorsitzende des Bunds Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen Johannes Schwantner erinnern sich an Sarközi „als einen, der unermüdlich einmahnte, niemals den Schrecken des Nationalsozialismus zu vergessen und als Brückenbauer stets für Zusammenhalt in der Gesellschaft eintrat“. Für den Bundeskanzler war Sarközi „eine Galionsfigur im Kampf gegen Rassismus und Ausgrenzung“.

Schmid: Erfolgreicher Einsatz für die Rechte der Roma und Sinti

Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer trauert um einen guten Freund und hoch geschätzten Weggefährten: „Sein respektvoller Umgang mit allen Menschen, sein unermüdlicher Einsatz und seine Hartnäckigkeit waren Vorbild für viele, auch Vorbild für mich.“ Schmid erinnert an Sarközis Einsatz für die Rechte der Roma und Sinti in Österreich: „Sarközi wurde nie müde, die schlechte soziale Lage der Roma anzusprechen und anzuprangern, forderte immer mehr Bildungsmöglichkeiten für Roma ein und kämpfte gegen Armut und soziale Benachteiligung dieser Volksgruppe." Der Vorsitzende der Freiheitskämpfer/innen würdigt Sarközi als langjähriges Vorstandsmitglied: „Dass Roma und Sinti heute anderen Volksgruppen rechtlich gleichgestellt sind, ist vor allem Sarközis Verdienst.“ „Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei der Familie und den Freunden Sarközis“, so Faymann, Schmid und Schwantner.

Minister Ostermayer: Unermüdlicher Kämpfer für Rechte der Roma und Sinti

Auch Bundesminister Josef Ostermayer zeigt sich tief betroffen über das Ableben von Rudolf Sarközi. „Österreich verliert mit Rudolf Sarközi eine beeindruckende Persönlichkeit, die sich Zeit ihres Lebens für die Rechte der Roma und Sinti eingesetzt hat. Seiner Beharrlichkeit und seinem unermüdlichen Einsatz ist es auch zuzuschreiben, dass das österreichische Parlament im Dezember 1993 einstimmig die Anerkennung der Roma und Sinti als Volksgruppe beschlossen hat. Dieser Beschluss war ein Meilenstein und kann zweifelsohne als Rudolf Sarközis Lebenswerk bezeichnet werden.“

Schieder: Unbeugsam gegen Intoleranz

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder würdigt die „unermüdliche Arbeit“ des Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma und Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma für die Volksgruppe: „Er war ein unbeugsamer Kämpfer gegen Intoleranz, für die Gleichstellung der Roma und er hat sein Leben und seine Arbeit dem Ziel gewidmet, Diskriminierungen abzubauen und die Lebensbedingungen der Roma und Sinti zu verbessern!“

Hundstorfer: Engagement auch weiterhin wegweisend für uns

Tief betroffen ist auch Bundespräsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer vom Tod seines Freundes und langjährigen Verbündeten: „Rudolf Sarközi kämpfte unermüdlich von erster Stunde an für die Rechte der österreichischen Roma und Sinti.“ Sein Engagement müsse „auch weiterhin wegweisend für uns sein“.

Anerkennung der Roma als Volksgruppe und Roma-Fonds

Rudolf Sarközi machte sich unter anderem mit dem Kulturverein Österreichischer Roma um die Anerkennung der Roma verdient. Der Beschluss der Anerkennung der Roma als Volksgruppe erlangte im Dezember 1993 Rechtskraft – für Sarközi einer der schönsten Tage seines Lebens, wie er erst im Vorjahr sagte.

Rudolf Sarközi wurde knapp vor dem Ende des nationalsozialistischen Regimes im Anhaltelager Lackenbach geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Unterschützen, später zog er nach Wien und engagierte sich bei der SPÖ. Sarközis Leben war geprägt von den Erfahrungen der Roma und Sinti mit Verfolgung, Mord und Vernichtung durch die Nazis und den schwierigen Bedingungen der Volksgruppe auch in der Nachkriegszeit. Zu den schlimmsten Momenten seines Lebens gehörte wohl auch der Terroranschlag in Oberwart, bei dem vier junge Roma getötet wurden. In Folge dieses feigen Attentats initiierte Sarközi einen Bildungsfonds, der die soziale Situation der Roma-Familien im Burgenland entscheidend verbesserte und mit dessen Hilfe Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Roma-Volksgruppe im Bereich der vorschulischen Erziehung sowie für Aus-, Weiter- und Fortbildung finanzielle Unterstützung erhalten haben.

Sarközi erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Sarközi wurde zudem zum Ehrenprofessor ernannt.