Nationalrat bringt „Haus der Geschichte“ auf den Weg

Das „Haus der Geschichte“ wird Schritt für Schritt Realität. Mit einer vor kurzem im Nationalrat beschlossenen Novelle des Bundesmuseen-Gesetzes wurde der rechtliche Rahmen für das „Haus der Geschichte“ geschaffen.

Für Kulturminister Josef Ostermayer ist der Gesetzesbeschluss „ein Meilenstein zur Realisierung dieses wichtigen Projekts.“ Konkret wird mit der Gesetzesnovelle das wissenschaftlich und inhaltlich unabhängige „Haus der Geschichte Österreich“ (HGÖ) organisatorisch der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) zugeordnet. So werden strukturelle Synergien genutzt und der Verwaltungsaufwand gering gehalten. Minister Ostermayer betonte auch, dass es mit der auf Empfehlungen des ExpertInnen-Beirats basierenden Entscheidung für die Neue Burg (Teil der Wiener Hofburg) als Standort für das HGÖ die Chance gebe, „die geschichtsträchtigen Räumlichkeiten in bester Lage neu zu nutzen, um das lange diskutierte Projekt ‚Haus der Geschichte‘ zu realisieren“.

Kompetenzzentrum für jüngere Geschichte

Das HGÖ wird ein Kompetenzzentrum für die jüngere und jüngste Geschichte Österreichs, aber auch eine offene Diskussionsplattform für qualitätsvolle und objektive Geschichtsvermittlung sein. SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel betonte, dass das „Haus der Geschichte“ ein „kultur- und bildungspolitisch zentrales Projekt ist, das durch ein zukunftsweisendes Konzept einen starken partizipativen Ansatz und einen niederschwelligen Zugang zur österreichischen Geschichte für breite Bevölkerungsgruppen garantiert.“

Nächste Schritte

Der Minister skizzierte im Parlament auch die nächsten Schritte: So wird nach Erstellung einer „Vorstudie“ zur Präzisierung der bereits vorhandenen Bau- und Kostenplanungen in einem nächsten Schritt der wissenschaftliche Beirat eingesetzt. Eingerichtet wird aber auch ein Publikumsforum zur Einbindung der Zivilgesellschaft. Dieses Publikumsforum besteht aus 34 Institutionen und Gruppen, darunter z.B. der Museumsbund Österreich, die Österreichische HochschülerInnenschaft und der Frauenring.

Rote Karte für Kunstraub

Im Parlament wurde außerdem ein Gesetz beschlossen, mit dem die Rückgabe von illegal verbrachten Kulturgütern auf eine eindeutige rechtliche Grundlage gestellt wird. Auch die Dokumentationspflichten des Kunsthandels über den Erwerb von Objekten werden ausgeweitet. „Dass die illegale Einfuhr von Kulturgütern verboten wird und eine Rückgabe erfolgen muss, ist ein wichtiger Schritt gegen den illegalen Kunsthandel“, sagte Minister Ostermayer in der Debatte um das Kulturrückgabegesetz. Mit der Gesetzesnovelle wird eine EU-Richtlinie umgesetzt, durch die der Handel mit illegalen Kulturgütern verboten, die Rückgabe geregelt und die Sorgfaltspflicht im gewerblichen Kunsthandel erhöht wird. SPÖ-Abgeordnete Ruth Becher unterstrich, dass die Regelung für die Einfuhr von Kulturgütern eine Rote Karte für den Kunstraub ist.