Schulreform: Verbesserungen für gesamtes Bildungssystem

Mehr Sprachförderung, einen besseren Übergang zwischen Kindergarten und Volksschule und mehr Personal für die Lernhilfe – all das und mehr bringt das Schulrechtspaket, das vor kurzem in Begutachtung ging.

Die Umsetzung der Bildungsreform ist in vollem Gang: Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat vor kurzem das so genannte „Schulrechtspaket“ in Begutachtung geschickt. Damit liegt der erste große Teil der Bildungsreform in Gesetzesform vor. Ministerin Heinisch-Hosek betont, dass mit dem Schulrechtspaket ein „weiterer wichtiger Schritt der Bildungsreform gesetzt wird. Die Verbesserungen spannen einen Bogen über das gesamte Bildungssystem“, erklärt Heinisch-Hosek. Besonders wichtig: Die Schulautonomie am Standort wird gestärkt, bürokratische Hürden für Schulen werden beseitigt. Die Neuerungen umfassen die Verbesserungen der Schuleingangsphase und das Abschaffen des Sitzenbleibens in der Volksschule genauso wie z.B. den massiven Ausbau der Sprachförderung und eine neue Leistungsbeurteilung.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

  • Neue Schuleingangsphase: Durch den besseren Übergang vom Kindergarten in die Volksschule ist es möglich, die individuellen Bedürfnisse der Kinder vom ersten Tag an zu fördern. Gewährleistet wird das durch einen Datenaustausch zwischen Volksschulen und Kindergärten. Das gibt Aufschluss über Stärken und Schwächen der Kinder, wie z.B. über den jeweiligen Sprachstand. Dazu Ministerin Heinisch-Hosek: „Bildung muss bei den Kleinsten beginnen. Es ist besonders wichtig, bereits in dieser Phase das nötige Rüstzeug mitzugeben.“
  • Mehr Sprachförderung: Die Sprachförderung für außerordentliche SchülerInnen (mangelnde Deutschkenntnisse) wird auf Gymnasien und Berufsbildende mittlere und höhere Schulen ausgedehnt. Zudem werden „Sprachstartkurse“ ermöglicht – konkret wird hier elf Stunden pro Woche in Sprachstartgruppen intensiv Deutsch gelernt.
  • Kein Sitzenbleiben: In den ersten drei Schulstufen wird es kein Sitzenbleiben mehr geben. Zudem wird „unterjähriges Wechseln“ sowohl nach oben als auch nach unten (auf Beschluss der Schulkonferenz) möglich sein.
  • Alternative Leistungsbeurteilung: Das so genannte Schulforum – also LehrerInnen und Eltern – trifft künftig die Entscheidung darüber, ob es in den ersten drei Schuljahren statt Noten eine alternative Leistungsbeurteilung gibt. Konkret sind für jede Klasse des Schulstandorts unterschiedliche Beurteilungsformen möglich – ein deutliches Mehr an Schulautonomie.
  • ErzieherInnen für Lernhilfe: Für noch mehr Lernhilfe wird ein neues Berufsbild geschaffen. Künftig werden auch ErzieherInnen mit Matura und Zusatzhilfe die Lernhilfe an ganztägigen Schulformen übernehmen können.
  • Flexibilisierung der Schulsprengel: Durch die Flexibilisierung wird die Wahlfreiheit der Eltern bei der Suche nach einer geeigneten Schule für ihre Kinder erhöht.

Bildungsministerin Heinisch-Hosek betont mit Blick auf das Schulrechtspaket: „Ich bin überzeugt davon, dass wir mit diesem Paket wichtige Eckpfeiler für die Schule der Zukunft geschaffen haben.“ Die Ministerin macht auch klar, dass man bei den Reformmaßnahmen im Zeitplan liegt. Als nächster Schritt wird ein Paket zur Schulorganisation folgen.