Armut,

EU-Sozialbericht: Armut muss weiter bekämpft werden

1,5 Mio. Menschen sind in Österreich laut dem aktuellen EU-Sozialbericht SILC armutsgefährdet. Für Sozialminister Alois Stöger ein Auftrag, weiter entschlossen an der Armutsbekämpfung zu arbeiten.

Die Armutsgefährdung liegt in Österreich zwar deutlich unter dem EU-Schnitt und auch im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich eine positive Tendenz. Auf diesen Lorbeeren darf man sich allerdings nicht ausruhen. Denn insgesamt waren im Vorjahr 1,5 Mio. Menschen in Österreich aufgrund geringen Einkommens, erheblicher Einschränkungen in zentralen Lebensbereichen oder einer niedrigen Erwerbsbeteiligung armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. „385.000 Menschen sind von mindestens zwei dieser drei Merkmale betroffen. Das ist zu viel“, betonte Minister Stöger.

Für soziale Sicherheit sorgen

Für Stöger ist daher klar: „Wir müssen aktiv an einer weiteren Reduktion arbeiten und Maßnahmen setzen, um Armut in Österreich wirksam zu bekämpfen und so für soziale Sicherheit sorgen.“ Eine wichtige Maßnahme dafür ist u.a. die bereits vereinbarte Anhebung der Mindestpension auf 1.000 Euro bei langer Erwerbstätigkeit. Aber auch der Ausbildungsgarantie kommt entscheidende Bedeutung zu, wenn es um Armutsbekämpfung geht. Denn die aktuelle EU-Erhebung zeigt auch, dass Personen mit Lehrabschluss nur halb so oft von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind wie Personen, die lediglich einen Pflichtschulabschluss haben.

Positive Tendenz

Insgesamt weist die Studie einen positiven Trend für Österreich aus. So gingen gegenüber dem Vorjahr die Faktoren Armutsgefährdung, geringe Erwerbsbeteiligung und erhebliche materielle Deprivation zurück. Im Gesamtzeitraum seit 2008 zeigt sich außerdem eine sinkende Tendenz der Armutsgefährdung. Konkret zählten 18,3 Prozent der Bevölkerung im vergangenen Jahr zur Risikogruppe, 2008 waren es noch 20,6 Prozent.

INFO:

Die EU-Studie SILC („Statistics on Income and Living Conditions – Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen) sammelt jährlich Informationen über die Lebensbedingungen der Privathaushalte in der EU. Österreich – vertreten durch die Bundesanstalt Statistik Austria – nimmt seit 2003 an diesem Projekt teil. Dabei werden in Österreich jährlich rund 6.000 Haushalte befragt. aush

Weitere Informationen zur EU-Sozialstudie gibt es auf der Webseite der Statistik Austria