8. Mai – Tag der Befreiung: Niemals vergessen!

Am 8. Mai jährt sich zum 71. Mal die Befreiung vom Nationalsozialismus und die Beendigung des zweiten Weltkrieges in Europa. Bundeskanzler Werner Faymann betont aus diesem Anlass, dass die hart erkämpfte Demokratie in einem respektvollen Umgang, in Rechtsstaatlichkeit und Solidarität begründet ist – „ohne Hass, ohne Rassismus und ohne Antisemitismus.“

„Es gilt aber auch, jener zu gedenken, die sich in Österreich gegen den Faschismus gestellt haben und ein unvorstellbares Beispiel an Zivilcourage gegeben haben. Zehntausende sind in den Widerstand gegangen, Tausende haben dabei ihr Leben verloren. Der 8. Mai ist deswegen auch ein Tag, an dem wir uns an den Mut zum aufrechten Gang erinnern, ein Tag des 'Niemals vergessen', ein Tag des 'Nie wieder'“, betont Faymann. „Frieden ist kein Dauerzustand, den man kaum aus dem Gleichgewicht bringen kann. In Österreich haben wir seit 71 Jahren eine Periode des Friedens. Die Geschichte hat uns gelehrt, dass es lange dauert, um Demokratie und Wohlstand aufzubauen und dass es nur ein paar Federstriche, Akte des Unrechts und der gezielten Gewalt braucht, um diesen Frieden zu zerstören“, mahnt der Bundeskanzler.

Schmid: Klar gegen Rassismus und Hetze auftreten

Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid ist die Erinnerung an die Nazi-Barbarei eine dauerhafte Verpflichtung, klar gegen jede Form von Rassismus, Hetze und Menschenfeindlichkeit aufzustehen. „Niemals vergessen heißt auch, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und konsequent für Grundwerte wie Freiheit, Demokratie und Achtung der Menschenrechte einzustehen“, betont Schmid die Wichtigkeit des sozialen Zusammenhalts. Als „absolutes Alarmzeichen“ wertet Schmid daher das im jüngsten Verfassungsschutzbericht dokumentierte Ansteigen rechtsextremistischer und rassistischer Straftaten. „Hier sind wir als Politik und Gesellschaft gefordert, gegen Kräfte aufzutreten, die einen Keil in unsere Gesellschaft treiben. Hier darf es keinerlei Toleranz geben, rechtsextreme Straftaten müssen mit aller Härte des Gesetzes verfolgt werden“.

Politik trägt besondere Verantwortung

Die Politik hat in Sachen Umgang mit der Vergangenheit eine besonders Verantwortung. „Umso bedenklicher ist es daher, dass ein Bundespräsidentschaftskandidat aus den Reihen der FPÖ zum 8. Mai sagt, es sei kein Tag der Freude. Viel zu lange haben rechte Burschenschafter und Ewiggestrige den 8. Mai missbraucht, um bei ihrem ‚Totengedenken‘ eine angebliche Niederlage zu beweinen“, sagt Schmid. Schmid mahnt in diesem Zusammenhang auch eine verbale Abrüstung ein: „Es sind nicht zuletzt auch augenzwinkernde Relativierungen, verbale Entgleisungen, einschlägige Sager und das wiederholte Anstreifen am rechten Rand, die den Boden bereiten, auf dem rechtsextreme Hetze und Intoleranz besonders gut gedeihen“.

Schieder: Keine Verharmlosungen zulassen

Auch SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder mahnt, dass der Tag der Freude, an die Verantwortung aller Parteien erinnern muss, sich klar nach Rechts abzugrenzen und sich von ständig wiederkehrenden subtilen Formen der Abwertung von allem das „anders“ beziehungsweise „fremd“ ist, zu distanzieren. „Es darf keine Verharmlosung zugelassen werden, die den Nährboden für Hetze und Hass aufbereitet. Es ist unsere Verantwortung, Haltung zu zeigen gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus“, sagt Schieder.

Gelbard: Erfahrungen weitergeben, damit andere daraus lernen können

Einer, der sich sein Leben lang in den Dienst der Sache, des „Niemals vergessens“ gestellt hat, sei der KZ-Überlebende Rudolf Gelbard, so Faymann. Gelbard hielt beim Staatsakt zum 8. Mai die Festrede. „Wir, die Überlebenden, sind nicht nur den Toten verpflichtet, sondern auch den kommenden Generationen. Wir müssen unsere Erfahrungen weitergeben, damit andere daraus lernen können“, sagte Gelbard.