Nationalrat beschließt Verbesserungen bei Studienförderung

Die Novelle des Studienförderungsgesetzes bringt wichtige Verbesserungen, von denen vor allem ältere Studierende profitieren. Studienbeihilfen-BezieherInnen über 27 bekommen ab Herbst einen jährlichen Zuschlag von 360 Euro.

Ziel der Novelle ist es, ältere Studierende in Zukunft besser abzusichern, da diese Gruppe oft mit speziellen Erschwernissen (z.B. finanzielle Schwierigkeiten) konfrontiert ist. Vom jährlichen Zuschlag für Stipendien-BezieherInnen über 27 Jahre profitieren rund 10.000 Personen.  

Weitere Vorteile:

  • BeihilfenempfängerInnen über 27 Jahre werden generell die Höchststudienbeihilfe ebenso wie SelbsterhalterInnen oder „auswärtige“ Studierende (Studierende mit „auswärtigem Wohnsitz“) beziehen können.
  • Rechtsanspruch auf Studienabschluss-Stipendien.
  • Das Ableisten eines Freiwilligen Sozialen Jahres wird beihilfenrechtlich dem Präsenz- und Zivildienst gleichgestellt. Das heißt: Jene Zeiten, in denen ein Freiwilligendienst absolviert wurde, gelten als anspruchsbegründend für ein Selbsterhalter-Stipendium.
  • Die derzeit nur in ministeriellen Richtlinien fixierten Kostenzuschüsse zur Kinderbetreuung werden nun gesetzlich verankert.

Andrea Kuntzl: Richtiger Schritt, aber weitere nötig

SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl begrüßt die Reform des Studienförderungsgesetzes. Mit der Reform werden, so Kuntzl, „wichtige Schritte in der Verbesserung der Studienbeihilfe“ gesetzt. Angesichts von Problemfeldern wie z.B. der schwierigen Vereinbarkeit von Studium und Beruf sowie steigenden Lebenshaltungs- und Wohnraumkosten braucht es aber weitere Verbesserungen. Mit Verweis auf den aktuellen Studierendensozialbericht betont Kuntzl: „Immer weniger Studierende haben Anspruch auf Studienbeihilfe und der Wert der Beihilfe wird inflationsbedingt immer geringer. Unsere Aufgabe ist es daher, dafür zu sorgen, dass wieder mehr Studierende Anspruch haben und die Beträge evaluiert werden.“ Außerdem soll eine bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf gewährleistet und für leistbares studentisches Wohnen gesorgt werden.