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Schulrechtspaket bringt mehr Förderung und Autonomie

Das vor kurzem im Parlament beschlossene Schulrechtspaket bringt viele Verbesserungen – wie z.B. mehr Sprachförderung, mehr Autonomie für die Schulen und eine neue Schuleingangsphase.

Das Schulrechtspaket ist ein wesentlicher Teil der Bildungsreform. Wichtige Teile des Pakets sind u.a. der deutliche Ausbau der Sprachförderung, die Möglichkeit alternativer Benotung und mehr frühkindliche Förderung durch die Neugestaltung der Schuleingangsphase. Bildungsministerin Sonja Hammerschmid unterstrich, dass mit dem Beschluss des Pakets „ein erster großer Schritt in Richtung mehr Autonomie und Gestaltungsspielraum für Schulen gelungen ist“.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

  • Neue Schuleingangsphase: Durch den besseren Übergang vom Kindergarten in die Volksschule ist es möglich, die individuellen Bedürfnisse der Kinder vom ersten Tag an gezielt zu fördern. Gewährleistet wird das durch einen Datenaustausch zwischen Volksschulen und Kindergärten, der Aufschluss gibt über Stärken und Schwächen der Kinder.
  • Ausbau der Sprachförderung: Die Sprachförderung für außerordentliche SchülerInnen (mangelnde Deutschkenntnisse) wird auf Gymnasien und Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen sowie auf Berufsschulen ausgeweitet. Im Rahmen des Integrationstopfes werden die Mittel für die Sprachförderung fast verdoppelt. Künftig wird es statt 442 Planstellen insgesamt 850 Planstellen für Sprachförderung geben. Neben Sprachförderkursen werden auch so genannte Sprachstartkurse ermöglicht. Hier wird in Sprachstartgruppen im Ausmaß von elf Wochenstunden intensiv Deutsch gelernt.
  • Kein Sitzenbleiben: In den ersten drei Volksschulklassen wird es kein klassisches Sitzenbleiben mehr geben. Dafür wird die bereits in den ersten beiden Klassen bestehende Möglichkeit eines „unterjährigen Wechsels“ der Schulstufe auf die dritte Klasse ausgeweitet. Der Wechsel ist sowohl nach unten als auch nach oben möglich.
  • Alternative Leistungsbeurteilung: Das so genannte Schulforum – also LehrerInnen und Eltern – entscheidet künftig darüber, ob es in den ersten drei Schuljahren statt Noten eine alternative Leistungsbeurteilung gibt. Konkret sind für jede Klasse des Schulstandorts unterschiedliche Beurteilungsformen möglich – ein deutliches Plus an Schulautonomie. Außerdem ist auch jahrgangs- und klassenübergreifender Unterricht möglich.
  • ErzieherInnen für Lernhilfe: Für noch mehr Lernhilfe wird ein neues Berufsbild geschaffen. Künftig werden auch ErzieherInnen mit Matura und einer Zusatzausbildung die Lernhilfe an ganztägigen Schulformen übernehmen können.
  • Flexibilisierung der Schulsprengel: Eltern bekommen bei der Suche nach einer geeigneten Schule für ihre Kinder mehr Wahlfreiheit.

Wesentliche Verbesserungen für SchülerInnen

Mit dem Beschluss des Schulrechtspakets werden „rasch wesentliche Verbesserungen ins Klassenzimmer gebracht“, betonte Bildungsministerin Sonja Hammerschmid. Besonders wichtig sind die Neuerungen in der frühkindlichen Förderung. „Die Nahtstelle Kindergarten – Volksschule arbeitet besser miteinander zusammen, um so bereits frühzeitig Talente zu erkennen und Schwächen zu fördern“, sagte Hammerschmid. Ebenso wichtig ist auch der Ausbau der Sprachförderung, denn „sie kommt direkt bei den Kindern an. Ohne die notwendigen Sprachkenntnisse können die SchülerInnen dem Unterricht nicht entsprechend folgen“, so Hammerschmid.

Auch SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann begrüßte das Schulrechtspaket: „Es bringt wesentliche Verbesserungen für Österreichs SchülerInnen – und sie sind die Hauptsache der Schulpolitik“. Dass die Reformen bei den Jüngsten beginnen, ist besonders positiv, denn die ersten Schuljahre sind – wie Grossmann betonte – entscheidend für Lernfreude und Lernerfolg der gesamten Schullaufbahn.