Maßnahmenpaket zur besseren Integration beschlossen

Der Ministerrat hat Maßnahmen beschossen, um AsylwerberInnen rascher und besser in die Gesellschaft zu integrieren. Es geht um „Integration von Anfang an“, sagt Staatsekretärin Muna Duzdar.

„Geflüchtete Menschen, die in Österreich leben, brauchen so schnell wie möglich Perspektiven. Wir wollen nicht, dass Menschen auf der Straße stehen und zum Nichtstun verdammt werden“, sagt Staatssekretärin Muna Duzdar, die das Paket gemeinsam mit Integrationsminister Sebastian Kurz ausgearbeitet hat. Damit werden mehr Möglichkeiten für AsylwerberInnen geschaffen, gemeinnützige Tätigkeiten zu übernehmen – etwa bei der Renovierung, Instandhaltung und Pflege von öffentlichen Gebäuden und Flächen oder bei der Landschaftspflege. In Zukunft werden AsylwerberInnen nicht mehr nur im Bund, den Ländern und Gemeinden gemeinnützige Tätigkeiten verrichten können, sondern auch bei ausgegliederten Gesellschaften der Gemeinden, die nicht am Markt operieren. Durch die Erstellung eines Katalogs, was genau unter gemeinnützigen Tätigkeiten zu verstehen ist, wird auch die Rechtssicherheit erhöht. „Damit werden bisher bestehende Hürden ausgeräumt und den AsylwerberInnen eine verbesserte Tagesstruktur und ein Zugang zum gesellschaftlichen Leben in ihrer lokalen Umgebung angeboten. Das ist positiv für die zu uns kommenden Menschen, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes“, betont Duzdar. Auch der Bund will sich mit der Bereitstellung von Praktika und gemeinnützigen Tätigkeiten engagieren, um damit eine „bessere Integration von AsylwerberInnen zu gewährleisten“, erklärte Bundeskanzler Christian Kern nach dem Ministerrat.

Ausbau von Sprachkursen

Auch der Ausbau von Sprachkursen wurde beschlossen. 50 Mio. Euro werden dafür zusätzlich zur Verfügung gestellt. „Der Spracherwerb ist der Schlüssel für eine gelungene Integration. Rund 50.000 Menschen erhalten einen rascheren Zugang zu unserer Sprache“, erklärt Duzdar.

Niedermühlbichler: Integration schafft Perspektiven

Für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler ist das Integrationspaket ein wichtiger Schritt, die Integration von Geflüchteten in die Gesellschaft gleich von Anfang an zu fördern. "Wir wissen, dass der Erwerb der Sprache im neuen Land, die Vermittlung von Grundwerten und die Möglichkeit, regelmäßig einer Tätigkeit nachzugehen – und all das so früh wie möglich – essentiell für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft sind. Klar ist, dass Integration Perspektiven schafft und das Vorhandensein von Perspektiven wiederum die Integration fördert", betont der SPÖ-Bundesgeschäftsführer.

Yilmaz: Deutliches Signal des Miteinanders

„Das Integrationspaket trägt die Handschrift von Staatssekretärin Muna Duzdar, denn es ist ein deutliches Signal des Miteinanders“, sagt SPÖ-Integrationssprecherin Nurten Yilmaz. „Die Zivilgesellschaft war eine wichtige Säule in der Hilfe für Menschen auf der Flucht. Sie bekommt nun die politische Unterstützung, damit die Herausforderungen gemeinsam angegangen werden können“, betont Yilmaz. „Es gibt keinen besseren Weg der Integration als mit einer sinnvollen Tätigkeit, gemeinsam mit Menschen, die Sprache und Land kennen.“

JG-Kucharowits: Chancen für geflüchtete Menschen

„Die neu geschaffenen Möglichkeiten, sich gemeinnützig zu betätigen und das von Anfang an, sind ein erster wichtiger Schritt. Menschen bekommen damit einfach endlich eine Aufgabe. Der weitere Schritt muss die vollständige Integration in den Arbeitsmarkt sein“, unterstreicht die Vorsitzende der Jungen Generation in der SPÖ (JG) Katharina Kucharowits. „Die Vernetzung des ehrenamtlichen Engagements ist eine große Unterstützung für die zivilgesellschaftlichen Initiativen, hier darf keine Energie in Bürokratie verloren gehen.“