Neues Verkehrssicherheitspaket mit Schwerpunkten bei LKW und jungen LenkerInnen

Die aktuelle Straßenverkehrsunfallstatistik 2015 zeigt: Zwar ist die Zahl der Verkehrsunfälle seit einigen Jahren konstant, die Zahl der Verkehrstoten ist aber gestiegen. Verkehrsminister Jörg Leichtfried hat neue Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit präsentiert. Sein Ziel: Keine Verkehrstoten mehr auf Österreichs Straßen.

Im Vergleich zu 2014 ist die Zahl der Verkehrstoten um 11 Prozent auf 479 Todesopfer gestiegen. „Ich will nicht davor resignieren, dass jedes Jahr hunderte Menschen im Straßenverkehr ums Leben kommen. Ich will diesen Missstand beheben und bin davon überzeugt, dass das möglich ist“, machte Leichtfried bei der Präsentation des Maßnahmenpakets deutlich. Er habe sich daher zum Ziel gesetzt, dass es in Zukunft „keinen einzigen Verkehrstoten mehr auf Österreichs Straßen“ geben soll. In einem ersten Schritt soll bis 2020 die Zahl Verkehrstoten halbiert werden. Im Herbst wird dazu ein aktualisiertes Verkehrssicherheitsprogramm vorgelegt, in dem sich weitere über 100 Maßnahmen finden.

Gemeinsame Kraftanstrengung

„Klare Ziele“ und eine „gemeinsame Kraftanstrengung“ sind dazu notwendig, betonte der Minister. Er will mit Innenministerium, Exekutive, Fahrschulen, Ländern, Gemeinden das Gespräch suchen. Eine erste Evaluierung der Maßnahmen wird es 2018 geben. Das heute präsentierte Sicherheitspaket umfasst erste „Akutmaßnahmen“, um auf den Anstieg der Verkehrstoten zu reagieren. Es beinhaltet zwei Schwerpunktgruppen: LKW und junge LenkerInnen. Hier einige Bespiele:

  • Ab sofort startet das Pilotprojekt „Mobil-Eye“ für LKW, die laut Statistik besonders oft in schwere Unfälle verwickelt sind. 20 LKW werden mit einem Assistenzsystem ausgestattet, das dem Lenker Rundumsicht gestattet und vor Kollisionen mit PKW, Radfahrern und Fußgängern warnt.
  • LKW-Kontrollen sollen in Zukunft besser koordiniert werden, weg vom rein technischen Schwerpunkt, hin zu einer stärkeren Kontrolle der Lenk- und Ruhezeiten, denn Müdigkeit und Unkonzentriertheit führen oft zu schweren Unfällen.
  • Qualitätsoffensive“ in Fahrschulen: klare Qualitätsstandards, einheitliche Kontrollen und ein Gütesiegel für Fahrschulen, die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer besonders gut ausbilden, moderne Simulatoren verwenden, etc.
  • Verbesserte Moped-Ausbildung: Schwerpunkte bei der Prüfung mehr in Richtung Risikoabschätzung und Sicherheit. Der praktische Teil soll weg vom Übungsplatz hin auf die Straße. Die theoretische Prüfung soll in Form einer standardisierten Computerprüfung stattfinden.
  • Weitere Verschärfungen beim „Handy-Verbot“: Künftig sollen auch Radarfotos als Beweis genutzt werden können. Angedacht ist auch, Handy-Verstöße in den Deliktkatalog für den Probeführerschein aufzunehmen, die dann Nachschulungen und eine Verlängerung der Probezeit nach sich ziehen würden.
  • Verlängerung der Probezeit für Führerscheinneulinge insgesamt auf drei Jahre.
  • Komplexere Unfallstatistiken: Unfalldaten sollen mit Verletzungsdaten verknüpft werden, um ein vollständigeres Bild zu bekommen.

SERVICE: Das gesamte Maßnahmenpaket steht auf der Webseite des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie zur Verfügung.