Ausbildung

Ausbildungspflicht bis 18: Kein Jugendlicher ohne Ausbildung

Mit der Ausbildungspflicht soll jeder Mensch in Österreich eine Berufsausbildung bekommen und einen guten Einstieg ins Berufsleben haben.

Wenn junge Menschen ihren Ausbildungsweg schon mit 15 Jahren beenden, haben sie schlechte Chancen im weiteren Berufsleben. Wer nur Pflichtschulabschluss hat, wird dreimal leichter arbeitslos und viermal öfter HilfsarbeiterIn. Derzeit gibt es rund 16.000 Ausbildungsabbrecher zwischen 15 und 17 Jahren. Rund 5.000 Jugendliche verlassen jährlich das Bildungssystem und bekommen keinen Abschluss, der über die Pflichtschule hinausgeht. Diese Jugendlichen haben ein besonders hohes Arbeitslosigkeitsrisiko, sind armutsgefährdet oder von Sozialleistungen abhängig.

Die Ausbildungspflicht bis 18 sorgt dafür, dass jeder junge Mensch in Österreich eine Berufsausbildung bekommt:

  • Mit dem Ausbildungspflichtgesetz werden Erziehungsberechtigte dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres entweder eine Schule besuchen, eine Lehre absolvieren oder eine sonstige Ausbildung machen.
  • Anerkannt werden auch AMS-Kurse, Vorbereitungslehrgänge oder Praktika, wenn sie im Rahmen des vorgesehenen Perspektiven- und Betreuungsplans genehmigt wurden.
  • Ausnahmen sind nur für Jugendliche vorgesehen, die Kinderbetreuungsgeld beziehen, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ähnliches absolvieren, aus besonders berücksichtigungswürdigen Gründen keine qualifizierte Ausbildung machen können oder bereits eine weiterführende Ausbildung abgeschlossen haben.

 

Bei Verstößen gegen die Ausbildungspflicht drohen den Erziehungsberechtigten, ähnlich wie bei der Verletzung der Schulpflicht, Geldstrafen zwischen 100 € und 500 €. Das soll aber erst ab Juli 2018 so vollzogen werden. Bis dahin wird das Sozialministerium ein ausreichendes Unterstützungsangebot für Jugendliche sicherstellen und auch für eine Ausweitung des bestehenden Auffangnetzes für Jugendliche ohne Lehrstelle sorgen. (z.B. erleichterter Zugang zu Produktionsschulen und Ausweitung des Jugendcoaching)

Das Ausbildungspflichtgesetz tritt mit 1. August 2016 in Kraft und gilt für alle Jugendlichen, die mit Ende des Schuljahrs 2016/17 bzw. danach ihre allgemeine Schulpflicht erfüllt haben

Im Endausbau bis 2020 werden 69 Millionen Euro in diese Maßnahme investiert.