Ausbildungspflicht bis 18: Gute Ausbildung für jeden Jugendlichen

Ausbildungspflicht

Künftig ist sichergestellt, dass alle jungen Menschen in Österreich eine gute Ausbildung über dem Pflichtschulabschluss bekommen. Dafür sorgt die Ausbildungspflicht bis 18, die im Nationalrat beschlossen wurde.  

Für Sozialminister Alois Stöger ist die Ausbildungspflicht eine „zentrale arbeitsmarkt- und sozialpolitische Weichenstellung“. Ziel der Ausbildungspflicht ist es, dass jeder junge Mensch bis 18 in Österreich eine Berufsausbildung bekommt und so einen guten Start ins Berufsleben hat. Derzeit verfügen rund 5.000 Jugendliche pro Jahr über keine weiterführende Ausbildung. Das hat eine Reihe von negativen Folgen, wie Sozialminister Stöger erklärte. „Diese Jugendlichen werden dreimal leichter arbeitslos und viermal öfter Hilfsarbeiter. Das wollen wir nicht akzeptieren. Das neue Gesetz garantiert, dass Jugendliche weiter im Bildungs- und Ausbildungssystem bleiben und dadurch ihre Karrierechancen spürbar steigen“, sagte Stöger.

Zentrale Punkte der Ausbildungspflicht

  • Ab Herbst nächsten Jahres müssen – dafür haben die Erziehungsberechtigten zu sorgen – Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres nach der Schulpflicht entweder eine weiterführende Schule, eine betriebliche bzw. überbetriebliche Lehrausbildung, eine Lehre oder eine sonstige Ausbildung (z.B. AMS-Kurse) absolvieren.
  • Bei Verstößen gegen die Ausbildungspflicht drohen den Erziehungsberechtigten Geldstrafen zwischen 100 und 500 Euro – konkret ab Juli 2018. Bis dahin wird das Sozialministerium ein ausreichendes Unterstützungsangebot für Jugendliche sicherstellen und auch für eine Ausweitung des bestehenden Auffangnetzes für Jugendliche ohne Lehrstellen sorgen.
  • Die Ausbildungspflicht soll für alle Jugendlichen gelten, die mit Ende des Schuljahres 2016/17 bzw. danach die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben.
Ausbildungspflicht

Im Vollausbau wird das Sozialministerium jährlich rund 60 Mio. Euro für die Ausbildungspflicht bereitstellen. Das ist überaus sinnvoll investiertes Geld, erklärte Minister Stöger: Neben den Jugendlichen selbst „profitieren die Unternehmen von besser ausgebildeten Arbeitskräften, die Steuereinnahmen steigen durch nachhaltig qualifizierte Beschäftigung und die Ausgaben für Arbeitslosigkeit sowie Sozialleistungen fallen weg“, sagte Stöger.

Web-Tipp:
Weitere Informationen zur Ausbildungspflicht bis 18 gibt es auf der Webseite des Sozialministeriums