750 Mio. Euro für Ausbau von Ganztagsschulen

Ausbau von Ganztagsschulen

Der Ministerrat hat eine Milliarde Euro für Bildung, Forschung und Innovation beschlossen, davon 750 Mio. Euro für den Ausbau der Ganztagsschulen. Für Bundeskanzler Christian Kern ist dieses „große Paket ein wichtiger Schritt nach vorne“.

Die Einmalzahlung wird wie folgt aufgeteilt:

750 Mio. Euro für den Ausbau ganztägiger Schulangebote:

  • 750 Mio. Euro werden zusätzlich zu bestehenden Maßnahmen investiert
  • Bis 2025 soll es ein ganztägiges Angebot für 40 Prozent der SchülerInnen geben, das entspricht einer Verdopplung. 

 Ausbau von Ganztagsschulen

  • Im Vollausbau soll im Umkreis von 20 km allen SchülerInnen ein ganztägiges Schul- und Betreuungsangebot zur Verfügung stehen.
  • Vorteile Ganztagsschule:
    • Verbesserung der Lernsituation: Die Länder, die bei Pisa am besten abschneiden, haben ein flächendeckendes Ganztagsschulangebot.
    • Bedeutende sozialpolitische Entwicklung: 2015 wurden 110 Mio. Euro für Nachhilfe ausgegeben – großteils für Kinder aus materiell besser gestellten Elternhäusern. Lernerfolg darf nicht davon abhängen, was sich eine Familie leisten kann.
Anteil der Klassenwiederholungen
  • Ausbau der Infrastruktur kurbelt die Wirtschaft an und schafft Arbeitsplätze (Baugewerbe, Personal für Schulen) – 25.000 neue Jobs bis 2025.
  • Mehr Zeit für die Familie nach der Schule
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird verbessert: Die Hälfte der Frauen in Österreich arbeitet Teilzeit, 49 Prozent davon wegen Betreuungspflichten. Je mehr ganztägige Schulen, desto mehr Frauen können in Vollzeit arbeiten.
Schulische Ganztagesangebote und Vollzeitquote Frauen mit Kindern

100 Mio. Euro für den Ausbau des Fachhochschul-Angebots

Das schafft 5.000 neue Studienplätze. Für Bundeskanzler Kern „ein wichtiger standortpolitischer Schritt“, da Nachfrage seitens der Wirtschaft besteht. Denn: An den Fachhochschulen gibt es zu wenige Plätze für die vielen Bewerberinnen und Bewerber. Die Fachhochschule ist – stärker als die Universität – der Weg zu höherer Bildung und zum Aufstieg für Arbeiterkinder und Menschen mit Pflichtschul- oder Lehrabschluss.  

50 Mio. Euro werden in eine Bildungsstiftung investiert
für die nächsten beiden Jahre zum Ausbau des digitalen Schulangebots und für innovative Unterrichtsformen.

100 Mio. Investition in die Nationalstiftung
Dieses Geld geht in die Grundlagenforschung – die Forschungsquote von drei Prozent soll so erhalten bzw. ausgebaut werden. Das schafft die Arbeitsplätze der Zukunft.

Das Geld für alle diese Maßnahmen kommt von den Banken: Die Bankenabgabe für Österreich wird ab 2017 auf 100 Mio. Euro jährlich reduziert, dafür bezahlen die Banken jetzt eine Abschlagszahlung in der Höhe von einer Milliarde Euro.

Bildungsministerin Hammerschmid: Wichtiger Schritt für Chancengleichheit

Bildungsministerin Sonja Hammerschmid freut sich über die große Bildungsoffensive der Bundesregierung: „Mit dem heutigen Tag ist ein wichtiger Schritt für mehr Chancengleichheit in der Bildung gelungen. Eine Milliarde Euro werden in Bildung und Forschung investiert. Besonders freut es mich, dass wir 750 Millionen in den Ausbau der ganztägigen Schulformen investieren“, betont Hammerschmid mit Verweis auf die vielen Vorteile der Ganztagsschulen. Auch SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann begrüßt die Bildungsoffensive. Mit einer Milliarde Euro für Bildung und Forschung wird zielgerichtet in Zukunftsressorts investiert. Dass der Löwenanteil der Zukunftsinvestitionen, konkret 750 Mio. Euro, in den Ganztagsschulausbau fließt, ist besonders wichtig: „Damit erreichen wir eine bessere Förderung aller Kinder und so auch mehr Chancengleichheit“, erklärt Grossmann.

Niedermühlbichler: Win-win-win-Situation für Kinder, Familien und Wirtschaft

Dass 750 Mio. Euro in den Ausbau von Ganztagsschulen investiert werden, ist für SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler eine „Win-win-win“-Situation: „Gerade der Ausbau von Ganztagsschulen – jedes Kind soll bis 2025 im Umkreis von 20 Kilometern eine solche zur Verfügung haben – schafft bessere Chancen für unsere Kinder, erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern und bringt nicht zuletzt mehr gemeinsame Familienzeit, weil Lernen und Aufgaben in der Schule erledigt werden.“ Für Niedermühlbichler steht fest: „Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung sind Investitionen in unsere Zukunft. Denn das sind die Rohstoffe unseres Landes, auf denen wir aufbauen können“, so Niedermühlbichler, der auch betonte, dass durch diese Investitionen 25.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Oberhauser: Ausbau der Ganztagsschule auch frauenpolitischer Erfolg

„Der Ausbau der Ganztagsschule ist auch ein frauenpolitischer Erfolg“, sagt Frauenministerin Sabine Oberhauser. „Ganztägige Schulen leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag für mehr Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit, sondern für viele Familien bedeuten Ganztagsschulen, dass sich die Berufstätigkeit der Mütter – die immer noch den Großteil der Betreuungsarbeit übernehmen – besser mit dem Familienleben vereinbaren lässt. Deshalb halte ich den Ausbau von Ganztagsschulen aus frauenpolitischer Sicht für unbedingt notwendig.“

SPÖ-Frauen: Riesiger Erfolg für die Sozialdemokratie

„750 Millionen Euro werden zusätzlich in den Ausbau der Ganztagsschulen fließen, das ist ein riesiger Erfolg für die Sozialdemokratie“, sind SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner über die Bildungsoffensive erfreut. „Eltern müssen Job und Familie vereinbaren können. Für Gleichstellungspolitik ist die Vereinbarkeit elementar, daher ist der Ausbau der Ganztagsschulen für uns SPÖ-Frauen ein zentrales Thema.“