„Silicon Austria“: Österreich wird zum High-Tech-Standort

Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) hat eine 80. Mio. Euro schwere Förderinitiative auf die Beine gestellt, um die Zukunftsbereiche Elektronik und Mikroelektronik stärker und gezielter zu fördern.

In Anlehnung an den bedeutendsten IT- und Hightech-Industriestandort der Welt, das „Silicon Valley“ in Kalifornien, steht das neue Förderprogramm unter dem Titel „Silicon Austria“. Die Richtung ist damit vorgegeben. Technologieminister Jörg Leichtfried will Österreich als „deutlich sichtbaren High-Tech-Standort“ positionieren.

Enormes Potential für heimische Wirtschaft

Über 180 Unternehmen sind im Bereich Elektronik und Mikro-Elektronik in Österreich tätig. Sie beschäftigen 63.000 Menschen und erwirtschaften 80 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. „In diesem ständig wachsenden Industriezweig steckt enormes Potential für heimische Unternehmen“, sagt Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, der die neue Initiative bei den Alpbacher Technologiegesprächen vorstellte. Elektronik durchzieht mittlerweile nahezu alle Lebensbereiche des modernen Menschen. Sie kommt etwa in den Bereichen automatisiertes Fahren, Industrie 4.0, Smart Homes und Smart Cities zum Einsatz.

50 Mio. – Euro Forschungszentrum

Herzstück der Initiative ist ein mit 50 Millionen Euro dotiertes Forschungszentrum, das 2017 seine Arbeit aufnehmen soll und auch durch beteiligte Unternehmen finanziert wird. Eine Zusammenarbeit mit heimischen Universitäten und internationalen Forschungseinrichtungen ist geplant. Außerdem wird es vier Stiftungsprofessuren geben, die im Bereich Elektronik und Mikro-Elektronik forschen werden. Auch eine Pilotfabrik wird es geben.

Raum für Experimente

Zusätzlich sollen offene Werkstätten eingerichtet werden, um den Nachwuchs für das Thema Elektronik zu interessieren. Zwei "Fab Labs" sollen an technischen Universitäten entstehen. Dabei handelt es sich um Experimentierräume, die mit modernen Produktionsmitteln und Maschinen wie 3D-Druckern, Fräsmaschinen oder Lasercuttern ausgestattet sind, um eigene Ideen zu verwirklichen. Zudem sind vier bis sechs regionale „Maker Spaces" als „niederschwelliges Gegenstück" geplant, die vor allem an SchülerInnen gerichtet sind.

Erfolgreiche 100-Tage Bilanz von Minister Leichtfried

Seit 100 Tagen ist Jörg Leichtfried Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie. In dieser Zeit wurden neben der neuen Förderinitiative bereits ein erstes Verkehrssicherheitspaket und ein Aktionsplan für automatisiertes Fahren auf Schiene gebracht. „Meine Arbeit hat klare Schwerpunkte“, betont Leichtfried. „Der Verkehr auf unseren Straßen muss sicherer und umweltfreundlicher werden, der Anteil an Öffis muss steigen.“ Außerdem geht es ihm darum „den Standort Österreich zu stärken, für Jobs und Wohlstand in Österreich.“

Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit und Wirtschaftswachstum:

  • Mit einem Paket an Akutmaßnahmen – Verschärfungen bei Verstößen gegen das Handy-Verbot am Steuer, die Verlängerung der Probezeit für Führerscheinneulinge und Maßnahmen für mehr LKW-Sicherheit – wurde rasch auf einen Anstieg bei den Verkehrstoten reagiert.
  • Im Herbst wird außerdem ein umfangreiches Verkehrssicherheitspaket vorgelegt.
  • Aktionsplan zum automatisierten Fahren: Österreichs Industrie wird ermöglicht, bei der Entwicklung dieser Zukunftstechnologie dabei zu sein. Noch heuer können Tests mit automatisierten Fahrzeugen auf Österreichs Straßen starten, ermöglicht durch eine Novelle des Kraftfahrgesetzes (KFG). Das Verkehrsministerium investiert 20 Millionen Euro in Laborstrecken und Technologieentwicklung.
  • Im Rahmen des Start-up-Pakets der Bundesregierung soll Gründen künftig einfacher sein. „In meinem Ressort konzentrieren wir uns auch stark auf die Unterstützung von Jungunternehmen.“.
  • Eine neu eingerichtete Suchmaschine www.foerderpilot.at bietet innovativen Jungunternehmen einen umfassenden Überblick über alle zur Verfügung stehenden Bundes- und Landesförderungen.
  • Erleichterungen soll es auch bei Patenten geben. So können Start-ups künftig technische Ideen, die sich noch im Frühstadium befinden, beim Patentamt hinterlegen und erhalten nach US-Vorbild vorläufigen Schutz darauf.