Leichtfried präsentiert 100-Punkte-Paket für mehr Verkehrssicherheit

Verkehrsminister Jörg Leichtfried hat das überarbeitete Verkehrssicherheitsprogramm vorgestellt mit 100 Maßnahmen, die bis 2020 umgesetzt werden sollen. Ziel des Verkehrsministers ist es, die Anzahl der Verkehrstoten bis 2020 zu halbieren.

„Österreich soll zu den fünf sichersten Ländern Europas gehören“, sagt Leichtfried. Derzeit befindet sich Österreich im EU-Mittelfeld, wenn es um Verkehrssicherheit geht. „Das Mittelfeld kann nicht Österreichs Anspruch sein“, stellte Leichtfried klar. Deshalb wurde das Verkehrssicherheitsprogramm von 2011 grundlegend überarbeitet und beinhaltet nun einen Mix aus über 100 Maßnahmen, wobei drei Schwerpunkte gesetzt werden: Kindersicherheit, die sogenannte „fehlerverzeihende Straße“ und besonders risikobehaftete Gruppen wie LKW.

Kinder fit machen für Straßenverkehr

Bei den 10- 25-Jährigen sind Verkehrsunfälle die Todesursache Nummer eins. „In der Altersgruppe zwischen 10 und 14 Jahren verletzten sich im Schnitt vier Kinder pro Tag bei einem Verkehrsunfall“, machte Leichtfried deutlich. Besonders oft genutzte Wege von Kindern, wie Schulwege, der Weg zum Sport oder in die Musikschule, sollen daher besser gesichert werden, etwa durch Tempo-30-Zonen. Ein besonderes Augenmerk wird auch darauf gelegt, alle VerkehrsteilnehemerInnen zu sensibilisieren und Kinder zu schulen, Gefahrenquellen besser zu erkennen. „Gemeinsam mit der AUVA sorgen wir mit Radfahrworkshops in den Volksschulen dafür, dass die Kinder lernen, sicher Rad zu fahren“, sagte Leichtfried. Im letzten Schuljahr wurden so österreichweit bereits 23.000 Kinder erreicht.Die dafür bisher zur Verfügung gestellten 50.000 Euro werden Verdoppelt, so der Verkehrsminister.

Landstraßen sicher gestalten

Fast zwei Drittel aller tödlichen Unfälle passieren auf Landstraßen. Gemeinsam mit den Ländern soll daher das Thema „fehlerverzeihende Straße“ angegangen werden, d.h. Straßen sollen so gebaut bzw. umgebaut werden, dass sie menschliche Fehler ausgleichen. „Oft reichen Kleinigkeiten aus, die auch nicht viel kosten, um einen Streckenabschnitt sicherer zu machen“, sagte Leichtfried, etwa indem die Büsche an der Böschung gestutzt werden, die Beschilderung vereinfacht oder der Rollsplitt rechtzeitig entfernt

Lkw mit Rundumsicht

Der Fokus beim Schwerpunkt Risikogruppen wird besonders auf LKW gelegt. „Schwere LKW sind ein besonderes Risiko auf unseren Straßen“, sagte der Minister. „Allein die schiere Masse macht diese Lkw so gefährlich, und auch der tote Winkel kann für schwere Unfälle sorgen“, machte Leichtfried deutlich. In Österreich werden daher noch dieses Jahr die ersten Lkw mit einem Assistenzsystem ausgestattet, das so für Rundumsicht sorgt. Ziel ist es, das flächendeckend umzusetzen, dazu brauche es aber entsprechende EU-Regeln. „Wir brauchen hier einheitliche Standards in ganz Europa, und das rasch“, fordert Leichtfried. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass ab 2020 alle Neufahrzeuge mit Rundum-Kameras ausgestattet sein müssen.“

Service: Mehr Informationen zum Thema gibt es auf den Seiten des Verkehrsministeriums.