Bildung auf einen Blick, OECD, Schule

OECD-Bildungsstudie: Österreichs Berufsschulwesen ist Erfolgsmodell

Österreich bekommt für seine berufsbildenden Schulen gute Noten, auch beim Bildungsniveau steht Österreich gut da. Problematisch ist die hohe Bildungsvererbung.

Auch heuer wartet die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ („Education at a Glance 2016“) wieder mit topaktuellen und aufschlussreichen Daten zum Bildungsbereich auf. Bereits zum 25. Mal hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Bildungssysteme aller 35 OECD-Länder und von elf Partnerländern genau unter die Lupe genommen. Grundaussage der OECD-Studie: Bildung zahlt sich aus – und das gleich mehrfach. Denn je höher der Bildungsstand ist, desto geringer ist auch das Risiko arbeitslos zu werden und desto höher ist das Einkommen. Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Österreich-Ergebnisse:

  • Berufsschulwesen ist Erfolgsmodell

Österreich gehört – wie schon in den vergangenen Jahren – mit seiner Berufsbildung zu den besten Ländern der Welt. So schließen in Österreich mit 79 Prozent wesentlich mehr SchülerInnen eine berufsbildende Schule ab als im OECD-Durchschnitt (46 Prozent). Dank erfolgreicher schulischer Berufsbildung gelingt auch ein direkterer Zugang zum Arbeitsmarkt. So liegt der Anteil jener jungen Erwachsenen, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind, deutlich unter dem OECD-Schnitt.

  • Hohes Bildungsniveau

„Bildung auf einen Blick 2016“ zeigt, dass die ÖsterreicherInnen über ein gutes Bildungsniveau verfügen. Konkret haben 85 Prozent der 25- bis 64-Jährigen einen Abschluss der Sekundarstufe II (also z.B. Matura oder Lehre). In der OECD liegt dieser Wert bei 78 Prozent.

  • Mehr AkademikerInnen

Bei der AkademikerInnenquote legt Österreich weiter zu. Lag dieser Wert im Vorjahr bei 30 Prozent, beträgt dieser Wert jetzt 31 Prozent. Zum Vergleich: Der OECD-Schnitt liegt bei 35 Prozent.

  • Kleinere Klassen

Während im OECD-Durchschnitt 21 Kinder in einer Volksschulklasse sitzen, sind es in Österreich nur 18. Auch das Betreuungsverhältnis ist in Österreich besser als im OECD-Schnitt: In unseren Volksschulen kommt auf zwölf SchülerInnen ein Lehrender, in der OECD dagegen hat ein Lehrender 15 SchülerInnen zu betreuen. Kleinere Klassen und ein besseres Betreuungsverhältnis ermöglichen eine bessere Förderung unserer Kinder.

  • Verbesserungsbedarf bei Bildungsmobilität

Wie wichtig der weitere Ausbau der Ganztagsschulen ist, zeigt sich anhand der so genannten „Bildungsmobilität“. So schaffen in Österreich nur 21 Prozent der nicht mehr in Ausbildung befindlichen 25- bis 44-Jährigen, deren Eltern höchstens über Matura oder Lehrabschluss verfügen, selbst einen Hochschulabschluss. In der OECD sind es dagegen 43 Prozent. Hier gilt es mit qualitätsvoller ganztägiger Betreuung gegenzusteuern. Umso wichtiger ist es daher, dass die Regierung Kern vor kurzem das Ganztagsschul-Paket beschlossen hat, mit dem 750 Mio. Euro in den Ausbau der Ganztagsschulen investiert werden.

WEB-TIPP:

Nähere Informationen zum Österreich-Teil der großen OECD-Bildungsstudie gibt es hier