Gerechte Verteilung bei Kinderbetreuung zahlt sich aus

Frauenministerium und Sozialministerium haben den neuen Online-Haushaltseinkommensrechner www.gleich-berechnet.gv.at gestartet, der Eltern einen raschen Überblick über finanzielle Aspekte und Orientierung bei der Planung einer partnerschaftlichen Kinderbetreuung bietet.

Mit dem Rechner kann unter Einbeziehung verschiedener Parameter das gemeinsame Haushaltseinkommen während der Elternkarenz und der Elternteilzeit effektiv abgeschätzt werden. „Von partnerschaftlicher Teilung der Kinderbetreuung und -erziehung profitieren Mütter, Väter und Kinder. Aber auch unserer Gesellschaft insgesamt“, stellt Frauenministerin Sabine Oberhauser klar. Der Rechner ist Teil des EU-Projekts  „Männer und Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Wege zur gerechten Verteilung von Karenz-, Betreuungs- und Arbeitszeiten“, das unter Federführung von Sozial- und Frauenministerium derzeit durchgeführt wird.

Eltern wollen mehr Väterbeteiligung

Erste Ergebnisse zeigen: Eltern in Österreich wünschen sich eine stärkere Einbindung von Vätern bei der Kinderbetreuung. „52 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Väterbeteiligung, bei den Jungen sind es sogar 60 Prozent. Leider weicht die Realität vom Wunsch ab, denn in Österreich beträgt die Väterbeteiligung nur 28 Prozent, in Skandinavien dagegen liegt sie bei rund 40 Prozent“, erklärt Sozialminister Alois Stöger. Ziel des Ministers ist daher die Förderung der Geschlechtergleichstellung in der Karenz, vor allem durch eine Erhöhung des Bewusstseins und mehr Informationen über die Vorteile einer partnerschaftlichen Aufteilung der Kinderbetreuung. Dazu beitragen soll der Haushaltseinkommensrechner „gleich=berechnet“, der im Rahmen des Projekts vom BMGF entwickelt wurde.

Bewusstsein schaffen, Akzeptanz erhöhen

Für Stöger ist klar: Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen weiter verbessert werden, wie etwa durch das neue Kinderbetreuungsgeldkonto mit Partnerschaftsbonus. Aber auch bei den  betrieblichen Rahmenbedingungen müsse man „ganz genau hinschauen.“ Insbesondere in männerdominierten Branchen ist die Inanspruchnahme einer Karenz durch Väter immer noch schwierig, hier muss ein Bewusstsein für die Vorteile einer gerechteren Aufteilung von Arbeitszeit und Kinderbetreuung geschaffen und die gesellschaftliche Akzeptanz erhöht werden. Es braucht betriebliche Konzepte für eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Wiedereinstiegsmanagement.  „Gift“ für die Gleichstellung in dieser Frage seien hingegen All-In-Verträge und Überstunden, „die darüber hinaus auch arbeitsmarktpolitisch negative Auswirkungen haben“, betonte Stöger.

SPÖ-Frauen begrüßen Online-Rechner, fordern mehr Chancengleichheit

„Wenn mehr Männer die Verantwortung in der Kinderbetreuung übernehmen, dann ist das gut für die Frauen. Nur so kann die Arbeit zwischen Frauen und Männern besser verteilt werden. Das ist ein wichtiger Schlüssel zu mehr Chancengleichheit in unserem Land“, sagt  Bundesfrauenvorsitzende Heinisch-Hosek. „Zwei Drittel der unbezahlten Arbeit leisten immer noch Frauen. Arbeit in Österreich soll gerecht verteilt werden,“ SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner den Haushaltseinkommensrechner. „Kindererziehung partnerschaftlich aufzuteilen ist eine Win-win-Situation für die Elternteile und die Kinder“, sagt auch SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm.  Der neue Rechner werde einen Beitrag dazu leisten, „das Bewusstsein über die positiven Auswirkungen partnerschaftlicher Aufteilung von Karenz und Elternteilzeit zwischen Eltern sowohl innerhalb der Familien als auch gesamtgesellschaftlich zu erhöhen“, betont die SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin.