Industrie 4.0: Unternehmen und Arbeitskräfte sollen profitieren

Um den Umstieg der heimischen Wirtschaft auf die digitalisierte Produktion zu unterstützen, hat das Infrastrukturministerium ein Maßnahmenpaket für Industrie 4.0 geschnürt. „Wir werden unseren Wirtschaftsstandort so herrichten, dass die Unternehmen und die Arbeitskräfte von der Industrie 4.0 profitieren“, betont Infrastrukturminister Jörg Leichtfried.

Gemeinsam mit Arbeiterkammer-Präsident Rudi Kaske, dem Präsidenten der Industriellenvereinigung Georg Kapsch und TU-Wien-Rektorin Sabine Seidler stellte Leichtfried das Paket vor. Insgesamt fördert das Infrastrukturministerium Forschung und Entwicklung im Bereich Industrie 4.0 mit 185 Millionen Euro im Jahr. Dabei finanziert das bmvit unter anderem Stiftungsprofessuren, die in enger Kooperation mit der forschenden Industrie an neuen Werkstoffen und Produktionstechnologien arbeiten. Das bmvit hat auch mehrere Studien in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf Ausbildung und Arbeitsmarkt in Österreich untersuchen. Zudem investiert das Infrastrukturministerium in die Grundlagen für den digitalisierten Wirtschaftsstandort. Neben der Breitbandmilliarde zum flächendeckenden Ausbau von schnellem Internet bis 2020 wird schon jetzt an der Umsetzung der nächsten Technologiegeneration gearbeitet: Ende 2017 wird der Infrastrukturminister eine 5G-Strategie für die Telekom-Infrastruktur vorlegen, mit der der Standort für den neuen Mobilfunkstandard fit gemacht wird.

Plattform 4.0

Um die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt zu erforschen und Handlungsvorschläge zu erarbeiten, hat das Infrastrukturministerium gemeinsam mit der Arbeiterkammer (AK) und der Industriellenvereinigung (IV) die „Plattform Industrie 4.0“ ins Leben gerufen. Die AK stellt dabei die Themenfelder Arbeitsorganisationen und Arbeitsbedingungen in den Vordergrund. „Uns ist wichtig, dass die soziale Absicherung auf hohem Niveau erhalten bleibt, auch in neuen Arbeitsformen im digitalen Umfeld“, erklärt AK-Präsident Kaske.

Pilotfabriken

Der Minister gab außerdem den Ausschreibungsstart für zwei Pilotfabriken bekannt, in denen Industrie und Wissenschaft gemeinsam neue Verfahren entwickeln und Produktionsprozesse in einem realistischen Umfeld erproben können. Das Infrastrukturministerium übernimmt dabei die Hälfte der Kosten – bis zu zwei Millionen Euro für drei Jahre. „Mit den Pilotfabriken haben auch Klein- und Mittelbetriebe die Chance, neue Technologien und Produktionsverfahren zu testen, ohne die Produktion im eigenen Betrieb dabei zu beeinträchtigen“, erklärt Infrastrukturminister Leichtfried die Vorteile.