Bildungsreformen umsetzen – ohne Wenn und Aber

Die Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie zeigen, dass wir keine Zeit verlieren dürfen, den eingeschlagenen sozialdemokratischen Weg für ein modernes Bildungssystem fortzusetzen.

In Mathematik liegt Österreich zwar über, in Naturwissenschaften genau im, aber beim Lesen unter dem OECD-Schnitt. Fast jeder vierte Jugendliche gehört beim Lesen zur Risikogruppe und die Spitzengruppe – beim Lesen sind das lediglich sieben Prozent – ist sehr überschaubar. Diese Daten ergeben einen klaren Handlungsauftrag: Ziel muss sein, die Risikogruppen zu halbieren und das jeweilige Spitzenfeld zu verdoppeln. Dafür braucht es vor allem zwei Dinge: Mehr Zeit für die Schülerinnen und Schüler – sprich, mehr Ganztagsschulen – und mehr Autonomie für die Schulen. „Wieder einmal belegt eine internationale Studie, dass unser Kurs Richtung mehr Ganztagsschulen und mehr Gestaltungsspielraum für Schulen stimmt“, sagt Bildungsministerin Sonja Hammerschmid. „Mit dem Autonomiepaket und dem Ausbau der Ganztagsschulen liegen die Lösungen auf dem Tisch. Der eingeschlagene Reformkurs stimmt, jetzt müssen wir die Vorhaben rasch abarbeiten und gemeinsam umsetzen.“

Ganztagsschulen haben vielfältige positive Effekte:

  • besonders Kinder aus sozial schwachen Familien profitieren von einer neuen Betreuungs- und Ausbildungsqualität mit individueller Förderung;
  • teure Nachhilfe wird obsolet;
  • Familie und Beruf sind leichter zu vereinbaren – davon profitieren gerade auch Alleinerziehende;
  • all das bringt gerechte Chancen für Kinder unabhängig von der Herkunft, der finanziellen Lage und dem Bildungsstand ihrer Eltern – denn Bildung wird immer noch in starkem Ausmaß vererbt (auch das hat PISA erneut bestätigt).

Es besteht weiterer Reformbedarf, um Schülerinnen und Schülern die beste Bildung zu ermöglichen, sagt Hammerschmid. So sollen auch Sofortmaßnahmen gesetzt werden: „Unsere Pädagoginnen und Pädagogen brauchen Instrumente, die es ihnen erleichtern, die Stärken und Schwächen unserer Kinder rasch zu erkennen.“

Blockade schadet unserer Jugend

Versuche, eine moderne Bildungspolitik zu blockieren, gefährden die Chancen unserer Jugend und sie schaden auch dem Wissens- und Wirtschaftsstandort Österreich, der gut ausgebildete junge Menschen braucht. Denn Bildung ist der wertvollste – und in Wahrheit der einzige – Rohstoff, den unser Land hat. SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann appelliert an die Bildungsverantwortlichen in den Ländern, „notwendige Veränderungen und Verbesserungen mitzutragen und mitzugestalten“. Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler betont: „Wir müssen jetzt ohne Wenn und Aber das Schulautonomiepaket und den Ganztagsschulausbau realisieren. Wir können uns keine weiteren Verzögerungen mehr erlauben, wir müssen unser Bildungssystem modernisieren.“ Denn: „Wir sehen, dass die Länder, die bei den Ergebnissen zu den Besten gehören, uns hier weit voraus sind und schon länger auf mehr Schulautonomie und Ganztagsschulen setzen.“

Der Kurs stimmt

Das zeigt ganz deutlich, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen: Allein in den letzten sechs Monaten hat die SPÖ-geführte Regierung echte Meilensteine auf den Weg gebracht. Darunter:

  • den Ausbau der Ganztagsschulen (750 Mio. Euro im Rahmen des 1-Mrd.-Euro-Pakets für den Ausbau des Bildungs- und Forschungsangebots: Verdoppelung der Ganztagsschulplätze; Ausbau FH-Plätze),
  • das Schulrechtspaket ( u.a. mehr Sprachförderung und neue Schuleingangsphase) und
  • das umfassende Schulautonomiepaket (u.a. deutlich mehr Selbstbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten für Schulen, neue Unterrichtsorganisation).