Politisches Buch 2016: Bruno-Kreisky-Preis für Milanovics Analyse zunehmender Ungleichheit

Ein paar Dutzend Milliardäre verfügen über so viel Geld wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Verteilungsökonom Branko Milanovic beschreibt in seinem Buch Ursachen und Folgen eines der drängendsten Probleme unserer Gegenwart.

1760000000000 US-Dollar. Auf diese Summe schätzte Oxfam kürzlich das Vermögen der 62 wohlhabendsten Menschen der Welt – so viel, wie 3600000000 Menschen – und damit  die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – insgesamt besitzt. In seinem neuen Buch „Die ungleiche Welt. Migration, das Eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht“ (Suhrkamp) untersucht Milanovic detailliert und differenziert die Ursachen und Folgen dieses Umstands. So sind Armut und Perspektivlosigkeit die treibenden Kräfte für internationale Migrationsbewegungen. Denn noch immer ist das Geburtsland eines Kindes der entscheidende Faktor für die Höhe seines zukünftigen Einkommens. In seiner ebenso profunden wie inspirierenden Studie führt Milanovic Fragen wie „Wem hat die Globalisierung genützt, wem geschadet?“ oder „Was sind die Effekte auf die globale Einkommensungleichheit?“ zusammen und fokussiert seine Analyse auf die Bestimmungsgründe der weltweiten Verteilung von Arbeits- und Kapitaleinkommen. Seine Ausführungen stützt Milanovic auf eine umfassende Analyse von Daten und Fakten sowie eine Vielzahl wissenschaftlicher Analysen.

Über den Autor:

Branko Milanović, geboren 1953, ist Wirtschaftswissenschaftler und zählt zu den weltweit angesehensten Experten auf dem Gebiet der Einkommensverteilung. Er war unter anderem leitender Ökonom der Forschungsabteilung der Weltbank. Zurzeit ist er Senior Scholar am Luxembourg Income Study Center und Visiting Presidential Professor an der City University of New York.

Preis für Gesamtwerk an Thurnher

Den Preis für das publizistische Gesamtwerk erhält "Falter"-Herausgeber Armin Thurnher. Sonderpreise gibt es für das Werk "Erwachsenen- und Weiterbildung Österreich" von Elke Gruber und Werner Lenz sowie für "Hass im Netz. Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können" von "profil"-Journalistin Ingrid Brodnig. Der Preis für besondere verlegerische Leistungen geht dieses Mal an nap – new academic press.

Der Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch wird jährlich vom Karl-Renner-Institut in Zusammenarbeit mit der sozialdemokratischen Bildungsorganisation verliehen. Mit diesem Preis wird im Sinne des Lebenswerks Bruno Kreiskys politische Literatur geehrt, die für Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz einsteht. Die Preise werden im Frühjahr 2017 in Wien vergeben.

Die PreisträgerInnen 2016 im Überblick:

  • Hauptpreis für das Politische Buch 2016: Branko Milanovic: „Die ungleiche Welt. Migration, das Eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht“, Suhrkamp 2016
  • Preis für das publizistische Gesamtwerk: Armin Thurnher
  • Sonderpreis „Arbeitswelten – Bildungswelten“: Elke Gruber/Werner Lenz: „Erwachsenen- und Weiterbildung Österreich“, wbv 2016
  • Sonderpreis: Ingrid Brodnig: „Hass im Netz. Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können“, Brandstätter Verlag 2016
  • Preis für besondere verlegerische Leistungen: nap – new academic press, Wien