Durch Transparenz Einkommensungleichheit bekämpfen

Das 3. Barbara Prammer-Symposium zum Thema "Frauen.Arbeit.Zukunft" widmet sich der zukünftigen Arbeitswelt der Frauen in Österreich. Die Veranstaltung stellt gesellschafts- und frauenpolitisch wichtige Fragen in den Mittelpunkt.

Das Thema Lohnungleichheit ist für Frauen in Österreich immer noch allgegenwärtig. Ungleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit ist nicht nur ungerecht sondern mindert die individuelle Lebensqualität.

„Transparenz ist das Mittel, um Gleichheit beim Einkommen zu schaffen“, machte SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder beim Eröffnungstalk deutlich. Das Verschleiern von Einkommensdaten diene lediglich dem Einzementieren von „Ungleichheit und ungleicher Bezahlung“.

Dass noch immer weder Transparenz noch Gleichheit gegeben sind, macht der Schieder auch an patriarchalen Strukturen in der Wirtschaft aus. „Wenn sich die Wirtschaft männlich präsentiert und in den Vorständen und Aufsichtsräten kaum Frauen sitzen, die mit ihrem Know-How positiv mitwirken und darüber hinaus als Vorbilder und Förderinnen agieren können, brauchen wir uns nicht wundern, dass die gläserne Decke noch nicht eingebrochen ist.“

Auch für Gisela Wurm, SPÖ-Sprecherin für Frauen und Gleichbehandlung im Parlamentsklub, haben Role Models eine weitreichende Funktion. „Frauen in Österreich sind sehr gut ausgebildet, haben Berufserfahrung und müssen unterstützt werden, leitende Funktionen zu erobern“, fordert die Abgeordnete

Für die Frauen in Österreich Allianzen schmieden und Input für Politik liefern

„Wir kämpfen vor allem für jene Frauen, die es sich nicht richten können – hierfür schmieden wir Allianzen mit den Willigen in der Bundesregierung und mit MultiplikatorInnen und Initiativen der Zivilgesellschaft. Für feministische Politik braucht es Mut und Motivation – beides haben wir, beides behalten wir“, macht Gabriele Heinisch-Hosek, Vorsitzende der SPÖ-Frauen, im Talk deutlich.

Einblick in bevorstehende Projekte und Veranstaltungen des Renner-Instituts gab Maria Maltschnig, Direktorin des Instituts. „Wir widmen uns in diesem Jahr dem Thema ‚Zukunft der Arbeit‘ und werden explizit feministische Analysen und Forderungen in allen Vorhaben einfließen lassen“, so Maltschnig. Ziel des Instituts als „Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik“ ist es, Ableitungen zu treffen, die in die politische Gestaltung einfließen.

Chancen der Digitalisierung nutzen, Risiken erkennen und eindämmen

In der fortschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft und der Arbeitswelt sehen die DiskutantInnen viele Chancen. Veränderungen in der Arbeitswelt bedeuten jedoch auch, dass wir Frauen Wissenserwerb und Ausbildung ermöglichen müssen. Vor allem muss man Frauen etwaige Ängste vor einem Umbruch nehmen, um stattdessen eine neue Ausbildung oder Umschulung – wenn diese notwendig sind – positiv erleben zu können.

Positiv an der Digitalisierung ist, dass es keine abgeschlossene Entwicklung ist, sondern ein Prozess, den man gestalten kann, was Möglichkeiten einräumt, Arbeitsbedingungen vor allem von Frauen in den Fokus zu nehmen und Lösungen zu entwickeln, die Benachteiligungen und Verdrängungen verhindern.