Industrie 4.0 – Qualifizierungsoffensive für KMU

Das Infrastrukturministerium startet ab Herbst ein fünf Millionen Euro schweres Projekt, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die Industrie 4.0 zu qualifizieren.

Das Programm „Fit 4 4“ richtet sich dabei an Niedrigqualifizierte in Klein- und Mittelbetrieben. „Vor allem einfache Routinetätigkeiten werden durch die Digitalisierung wegfallen. Darum bieten wir gezielt Aus- und Weiterbildung für die Betroffenen an, und damit machen wir unsere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fit für die Industrie 4.0“, sagt Infrastrukturminister Jörg Leichtfried. Herzstück des Projektes ist die Fortbildung direkt im Betrieb. Passende Lernmodule werden gemeinsam mit Unternehmensverbünden und Bildungseinrichtungen erarbeitet.

Grundlage für die Initiative „Fit 4 4“ ist eine neue Studie, die untersucht hat, welche Kompetenzen ArbeitnehmerInnen mitbringen müssen, um auch im Zuge der Digitalisierung am Arbeitsmarkt Erfolg zu haben. Es zeigt sich: Fachkompetenzen sind wichtig. Aber vor allem geht es um digitale Fähigkeiten, Prozessverständnis, Selbstorganisation und um die Bereitschaft zur laufenden Weiterentwicklung und Verantwortungsübernahme.

Weiterbildungschancen für alle

Rudi Kaske, Präsident der Bundesarbeitskammer: „Auch ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Menschen, die mit Technik wenig anfangen können, haben ein Recht auf laufende Weiterbildung. Darum wollen wir das Qualifizierungsgeld und eine Weiterbildungswoche pro Jahr für alle. Sonst vergrößert sich die Kluft zwischen den Gutgebildeten mit vielen Chancen und den geringer Qualifizierten noch weiter.“

Schon bisher stellt das Infrastrukturministerium jährlich 16 Millionen Euro für Ausbildung rund um „Industrie 4.0“ zur Verfügung. Mit 7 Millionen Euro jährlich werden Praktika in Forschung und Technik unterstützt. Mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler haben in den vergangenen acht Jahren davon profitiert. Insgesamt sechs universitäre Stiftungsprofessuren in für Österreich besonders wichtigen Industriezweigen werden mit 3,8 Millionen Euro jährlich gefördert. Weitere 3,3 Millionen Euro stehen für Pilotfabriken, also industrielle Testlabore, zur Verfügung.