Integration von Anfang an

Im aktualisierten Arbeitsprogramm für 2017/2018 setzt die Bundesregierung weitere Schritte zur Integration von Flüchtlingen in Österreich. Das von der SPÖ erkämpfte Integrationsjahr ist nun in Begutachtung gegangen. Es setzt auf Integration von Anfang an.

Das verpflichtende Integrationsjahr gilt für Asylberechtigte, subsidiär Schutzberechtigte und AsylwerberInnen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit mit dem Ziel, sie durch den Besuch verschiedener Kurse näher an den österreichischen Arbeitsmarkt heranzuführen: „Arbeit ist einer der wichtigsten Faktoren für erfolgreiche Integration. Deshalb bauen wir mit dem Integrationsjahr nicht nur sprachliche Barrieren ab – wir schaffen auch erstmals ein durchgehendes Integrationskonzept von Anfang an“, betont Sozialminister Alois Stöger. „Das verpflichtende Integrationsjahr ist ein flächendeckendes, durchgehendes und umfassendes Qualifizierungsprogramm für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte, von dem erstmals auch AsylwerberInnen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit profitieren werden“, erklärt Integrationsstaatssekretärin Muna Duzdar. Allen Betroffenen wird damit ein strukturiertes Angebot an unterschiedlichen Maßnahmen zur Verfügung gestellt, das sicherstellt, dass die Menschen rasch Fuß fassen können.

Große Bandbreite an Integrationsmaßnahmen

Die Bandbreite der unterschiedlichen Module, die die Betroffenen im Rahmen des Integrationsjahres besuchen müssen, reicht von Angeboten wie Deutschkursen, Werte- und Orientierungskursen, Bewerbungstrainings bis hin zu Arbeitsvorbereitungsmaßnahmen und Arbeitstrainings. Dabei wird nicht nur eine rasche Integration der Betroffenen ermöglicht, sondern auch Arbeitstrainings bei den österreichischen Zivildienstträgern erbracht. Für die Dauer des Integrationsjahres werden die Betroffenen durch das österreichische Arbeitsmarktservice (AMS) sowie – abhängig von der Höhe der AMS-Leistungen – durch die Bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS) unterstützt. Durch die geplante Ausweitung des Dienstleistungsschecks können AsylwerberInnen außerdem erstmals legal in privaten Haushalten beschäftigt werden und auch zahlreiche soziale Projekte im legalen Rahmen werden ermöglicht. Das Integrationsjahr kann nur bei erfolgreichem Erhalt eines regulären Arbeitsplatzes abgebrochen werden.

Weiterer Fahrplan:

Das Integrationsjahr wird durch das Arbeitsmarktintegrationsgesetz umgesetzt und ist bereits– gemeinsam mit dem Entwurf des neuen Integrationsgesetzes – in Begutachtung gegangen. Die Begutachtung dauert bis zum 8. März 2017. Die Behandlung im Ministerrat ist Ende März 2017 vorgesehen. Die Maßnahmen des Integrationsjahres sollen ab 1. September umgesetzt werden.

Reaktionen zum Integrationsjahr:

„Das Integrationsjahr sorgt für ein völlig neues Konzept in der Integrationspolitik. Statt Stückwerk gibt es nun ein flächendeckendes Integrationsprogramm, das mit einem breitgefächerten Bündel an effizienten und konkreten Maßnahmen für ein funktionierendes Miteinander sorgt.“ SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler

„Integration funktioniert über Austausch, Sprachkurse, Qualifikation und Arbeit – all das wird durch die Maßnahmen im neuen Arbeitsprogramm gestärkt. Es ist flächendeckend, es umfasst Spracherwerb, Werte- und Orientierungskurse, Qualifikation und Arbeitstrainings und es richtet sich an Mädchen und Burschen, Männer und Frauen gleichermaßen."  SPÖ-Integrationssprecherin Nurten Yilmaz

„Das Integrationsjahr bringt endlich dringend notwendige Verbesserungen für geflüchtete Menschen: Denn wer arbeiten will, soll auch die Chance dazu bekommen! Mit den Kompetenzclearings und der Anerkennung von Qualifikationen nutzen wir nun auch dieses Potenzial, denn herumsitzen bringt niemandem etwas.“ Vorsitzende der Jungen Generation, SPÖ-Abgeordnete Katharina Kucharowits

„Mit diesem Paradigmenwechsel in der Integrationspolitik wird endlich österreichweit Integration von Anfang an ermöglicht. Der bisherige Bruch in der Integrationsbiografie von Asylwerbenden zu –berechtigten wird damit endlich gekittet.“ Wiener Sozialstadträtin Sandra Frauenberger und Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky

„Damit lernen die Betroffenen frühzeitig, welche Gepflogenheiten, Pflichte und Werte sie in unserer Gesellschaft für ein friedliches Zusammenleben zu berücksichtigen haben. Das ist konsequent gelebte Integration von Anfang an.“ Bereichssprecherin für Soziales der SPÖ Kärnten, LAbg. Ines Obex-Mischitz