Wurm, Frauentag, Schieder

Frauentag 2017: Mit Mindestlohn, Lohntransparenz und Quote für mehr Gehaltsgerechtigkeit

Mehr Lohngerechtigkeit, bessere Verteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit und mehr Frauen in Wirtschaft und Politik sind zentrale Forderungen der SPÖ zum Frauentag 2017.

Österreich nimmt mit einer Lohnschere von fast 23 Prozent bei den Brutto-Stundenverdiensten einen fragwürdigen Spitzenplatz in Europa ein. Die Lohnschere ist in den letzten Jahren zwar kleiner geworden – aber das geht zu langsam. Die Umsetzung des vereinbarten Mindestlohns, der Ausbau von ganztägigen Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen und eine Frauenquote für Spitzenpositionen in der Privatwirtschaft sollen nächste Schritte für mehr Gehaltsgerechtigkeit sein.

Ein Teil der Lohnschere ist auf die hohe Teilzeitquote und den hohen Anteil an unbezahlter Arbeit, die überwiegend immer noch Frauen leisten, zurückzuführen. Bezahlte und unbezahlte Arbeit muss besser verteilt werden, fordern deshalb SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm und SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder. Verbesserungen sich die SPÖ vom neuen Kindergeldkonto, das seit 1. März in Kraft ist und Partnerschaftlichkeit bei der Familienarbeit belohnt. Auch der massive Ausbau ganztägiger Betreuungseinrichtungen ist wichtig –wobei man bei der Vergabe von Förderungen darauf schauen muss, dass es auch in ländlichen Regionen entsprechende Öffnungszeiten gibt.

„Frauen verdienen deshalb weniger – weil sie sie Frauen sind“

15 Prozentpunkte der Lohnschere in Österreich können freilich nicht einmal mehr durch Faktoren wie Teilzeitarbeit, Alter oder Branche erklärt werden. Frauen verdienen einfach deshalb weniger – weil sie Frauen sind. Die Forderungen: Rasche Umsetzung der Frauenquote für Aufsichtsräte in der Privatwirtschaft und wirksame Regeln für mehr Transparenz über Frauen- und Männergehälter in Unternehmen.

Mehr Frauen in Wirtschaft und Politik

SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm will sich bei der Umsetzung der Frauenquote für Aufsichtsräte in Großunternehmen, die im neuen Regierungsprogramm vereinbart wurde,  an Deutschland orientieren. Dort gibt es seit 2016 eine solche Quote und Studien belegen bereits, dass sie wirkt.

Auch für die Politik wünscht sich die SPÖ-Abgeordnete wirksame Maßnahmen, um den Frauenanteil zu erhöhen: Sie bekräftigt ihre Forderung nach einer Frauenquote für den Nationalrat. „Es gibt genügend internationale Beispiele, wie man den Frauenanteil in Parlamenten erhöht – entweder über die Wahlordnung oder über die Klubförderung. Ich werde hier nicht lockerlassen und intensiv Überzeugungsarbeit bei den anderen Fraktionen leisten.“ In Richtung ÖVP appelliert Wurm, Blockaden aufzugeben. „Auch die ÖVP-Frauenchefin fordert ja Quoten“, erinnert Wurm.