Pamela Rendi-Wagner wird Ministerin für Gesundheit und Frauen

Der Beschluss des SPÖ-Bundesparteivorstands war einstimmig: Pamela Rendi-Wagner, bisher Sektionschefin und Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, folgt der vor zwei Wochen verstorbenen Sabine Oberhauser als Gesundheits- und Frauenministerin nach.

SPÖ-Bundesparteivorsitzender, Bundeskanzler Christian Kern begrüßte nach den Sitzungen der Gremien,  dass die Nominierung Rendi-Wagners „größte Unterstützung“ erfahren hat. „Das Frauen- und das Gesundheitsressort sind Schlüsselressorts, hier haben wir SozialdemokratInnen ein besonderes Profil“, stellte der Kanzler fest. Ziel ist ein weiterhin solidarisches Gesundheitssystem und bestmögliche medizinische Versorgung unabhängig vom Einkommen. „Rendi-Wagner weiß am besten, was die Herausforderungen im Gesundheitswesen sind“, so Kern. Die designierte Ministerin habe als erste Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit die gläserne Decke durchstoßen. „Ich bin überzeugt, sie kann nicht nur Gesundheit, sie kann auch Frauen“, so Kern.

„Inakzeptable Lohnschere schließen“

Rendi-Wagner würdigte ihre Vorgängerin Sabine Oberhauser als „profunde Kennerin des Gesundheitssystems und leidenschaftliche Frauenpolitikerin“. Sie sei „stolz, am Frauentag das Amt als Frauenministerin zu übernehmen“, sagte Rendi-Wagner, die als Wissenschafterin in der medizinischen Forschung und seit 2011 im Gesundheitsministerium tätig war. Als Mutter zweier Töchter im Alter von sieben und elf Jahren kennt sie den täglichen Spagat, Familie und Beruf zu vereinbaren. „Ich weiß, dass meine Laufbahn ohne die Errungenschaften der sozialdemokratischen Frauenbewegung der letzten Jahrzehnte nicht möglich gewesen wäre“. Zu den Herausforderungen im Frauenressort gehören für Rendi-Wagner „die inakzeptable Lohnschere zwischen Frauen und Männern von 20 Prozent für die gleiche Arbeit“ und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, „ein Thema, das immer noch auf den Schultern der Frauen lastet – auch auf meinen“. Viele Maßnahmen diesbezüglich sind bereits auf dem Weg, etwa 1.500 Euro Mindestlohn, flächendeckende Kinderbetreuungsangebote und Ganztagsschulen. Rendi-Wagner wird sich „jeden Tag gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern für die Verbesserung der Situation der Frauen einsetzen.“

„Länger gesund leben“

Im Gesundheitsbereich ist es ihr Ziel, für eine moderne Gesundheitspolitik zu sorgen, sodass die Menschen nicht nur länger, sondern länger gesund leben. „Wir wissen, manche haben es da einfacher als andere“, das liege am Bildungsniveau, an der Arbeitsplatz- und Einkommenssituation. Es sei wichtig, das anzugehen und die Gesundheit nachhaltig zu verbessern. „Krankheit darf keine individuelle Schuldfrage sein, sondern die Menschen müssen sich auf unser Versorgungssystem verlassen können. Das darf nicht in Frage gestellt werden.“ Zudem müsse man auf veränderte Rahmenbedingungen, Demographie und Bedürfnisse reagieren – auch mit zeitgemäßen Strukturen im Gesundheitssystem. Die designierte Ministerin verwies auf ihr jahrelang aufgebautes Netzwerk im Gesundheitsbereich und den starken Rückhalt in der Partei: „Eine Ministerin allein kommt nicht ans Ziel, wir brauchen immer PartnerInnen.“

Hier geht's zum Lebenslauf der Ministerin.

Gratulationen an Rendi-Wagner: "Eine exzellente Wahl"

SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner begrüßen die künftige Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner „am heutigen Frauentag in unserer Mitte“ und sagen ihr „volle Unterstützung“ zu.

ÖGB-Präsident Erich Foglar gratuliert der neuen Gesundheits- und Frauenministerin Rendi-Wagner und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit „mit der ausgewiesenen Gesundheits- und Präventionsexpertin“. Er ist sich sicher, dass sich Rendi-Wagner „auch in ihrem neuen Amt dafür einsetzen wird, das Gesundheitssystem auf höchstem Niveau zu erhalten“. „Mit Pamela Rendi-Wagner wird eine renommierte Expertin im Bereich der öffentlichen Gesundheitsversorgung zur Gesundheitsministerin gekürt“, gratuliert ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Anderl.

Auch Nationalratspräsidentin Doris Bures wünscht „der neuen Ministerin von Herzen alles Gute und viel Energie und Kraft für die neue, so wichtige Aufgabe“.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler sieht in Rendi-Wagner „eine ausgewiesene Expertin“, der Bundeskanzler hat mit ihr „eine exzellente Wahl getroffen“.

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder betont: „Von Seiten des Parlamentsklubs wird Pamela Rendi-Wagner jede Unterstützung bekommen. Denn Gesundheitspolitik und Frauenpolitik stehen im Zentrum für jede sozialdemokratische Politik, sie entscheiden unmittelbar darüber, wie es den Menschen geht und wie wir unsere Gesellschaft gerecht und solidarisch gestalten.“

Für SPÖ-EU-Abgeordnete, Gesundheitssprecherin Karin Kadenbach ist Rendi-Wagner eine „starke Frau, die sowohl bestens über die Herausforderungen im Gesundheitsbereich als auch über jene von Frauen im täglichen Leben Bescheid weiß. Das ist ein wichtiges Signal am heutigen Frauentag“.

Auch die Wiener Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Frauen Sandra Frauenberger gratuliert und sieht in Rendi-Wagner „eine Partnerin, um die vor uns liegenden Herausforderungen lösen zu können. Ich freue mich darauf, gemeinsam in den nächsten Monaten wichtige Schritte wie die Quotenregelung für Aufsichtsräte umsetzen zu können und auf die gute Zusammenarbeit im Sinne der Frauen.“

In SPÖ-Landesparteivorsitzendem, LH Peter Kaiser hat Rendi-Wagner „einen Mitstreiter“, Rendi-Wagner ist eine „ausgesprochen kompetente und engagierte Frau“.

Auch AK-Präsident Rudi Kaske, Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha, die sozialdemokratische LSBTI-Organisation SoHo sagten Rendi-Wagner ihre Unterstützung zu.